Lechweg – Etappe 8 – Das Finale – Zug – Formarinsee

Lechweg Geburtsort Lech

Nach der verregneten 7. Etappe von Warth nach Zug erhofften wir uns für unser Finale natürlich besseres Wetter. Am Morgen nahmen wir in unserer Unterkunft das Frühstück ein und beobachteten dicke Wolken, die am Himmel entlangzogen. Ob das was werden sollte, am Formarinsee die Sonne zu sehen?
Wir starten unseren Lechweg Etappe 8 in Zug am Lech.

Facts

Art: Streckenwanderweg
Name: Lechweg Etappe 8
Region: Tirol/Österreich
Start: Hotel Alprose Zug / Lech
Ziel: Formarinsee
Länge: 12,9 km
Anstieg: 420 Meter
Abstieg: 60 Meter
Dauer: ca. 4,5 Stunden
Betreiber Lechweg: Füssen Tourismus und Marketing, Tourismusverband Naturparkregion Reutte, Lechtal Tourismus, Warth-Schröcken Tourismus, Lech Zürs Tourismus GmbH

komoot-Karte (falls es nicht angezeigt wird, klick auf den Button)

Start in Zug/Lech

Da ist er, unser letzter Tag, unsere letzte Etappe. Schnell war es irgendwie gegangen, die Tage vergingen wie im Fluge. Wir haben so viele wundervolle Kilometer erlebt und nun ging es auf die finale Strecke.

Wir starten am Hotel Alprose, gehen zurück zum Lech, an die Stelle, an der wir am Vortag abgebogen sind.
Es geht nun ständig über Stock und Stein, unseren Freund, den Lech, immer im Blick.



Das Wetter zeigte sich zu dem Zeitpunkt noch unentschlosssen. Tief hingen die Wolken, die Berge konnten wir nur erahnen. Nach etwa einer Stunde sahen wir zum ersten Mal den blauen Himmel. Wir freuten uns wie die kleinen Kinder.



Wir genossen den Weg noch einmal ausführlich. Jeder Meter war ein Genuss.

Unser Freund, der Lech war zu Beginn unserer Final-Etappe ein noch tosender, schneller Fluss. Dass sich das noch ändert war ja klar. Wir wandern auf unserer letzten Etappe über Holzstege am jugendlichen Lech entlang. Er ist irgendwie verspielt, stolpert etwas über Felsen, die sich ihm in den Weg legen, flitzt um diese herum, ist ein lustiger und freundlicher Gefährte.


Werbung



Wir wandern über wunderschöne Wege, über Weiden und Holzbohlen. Einfach atemberaubend, wir genossen die Anblicke. Schaut euch die Fotos an…



Spullerbach + Formarinbach

Nach etwa 6,5 Kilometern erreichten wir quasi den Geburtsort des echten Lechs. Von links kam der Spullerbach aus den Bergen hinunter, er vereinigt sich an dieser Stelle mit dem Formarinbach zum Lech.
In vielen Karten ist das ganz anders dargestellt, der Formarinbach wird gar nicht erwähnt, der Lech geht auf anderen Karten noch viel weiter in den Berg hinein – aber wir sagen euch: der Formarinbach und der Spullerbach vereinigen sich genau am Punkt „///wildnis.ausbeute.zwiebel“ zum Baby-Lech! Wenn du jetzt fragst, was ist das denn für ein Punkt? Mit der „what3words“ Plattform kannst du jeden Ort der Welt genau zuordnen. Die komplette Welt ist in 3×3 Meter Quadrate eingeteilt und jedes Quadrat bekommt einen Namen, der aus 3 Worten besteht. In diesem Fall „///wildnis.ausbeute.zwiebel„. Und eben genau da entsteht der Lech.



Almwiesen und Lechquellgebiet

Über wunderschön grüne Almwiesen geht es nun für uns, wir ahnen, dass es nicht mehr weit sein kann, bis wir unser Ziel erreicht haben. Viel reden tun wir in dieser Phase nicht. Jeder hängt seinen Gedanken nach. Die letzten Tage waren ereignisreich, ja auch irgendwie anstrengend, obwohl die Etappen nicht lang waren.



Menschen

Es war ein Sonntag, an dem wir unsere finale Etappe wanderten. Das möchten wir dir, wenn du die Einsamkeit suchst, nicht empfehlen. Viele Wanderer waren hier oben unterwegs, die meisten kamen mit dem Bus und wanderten die letzten KIlometer bis zum Formarinsee. Wir haben die letzten etwa 100 km in Einsamkeit die Natur genossen, hier mussten wir uns erstmal wieder an Menschen gewöhnen. Dadurch, dass die Wege schmal sind, kommt es tatsächlich manchmal zu Wartezeiten am Rand.



Das Ziel

Ein letztes Mal erlebten wir unseren neuen Freund, inform des Formarinbachs, als etwas Tosendes. Ein kleiner Wasserfall erwartete uns nach etwa 10 Kilometern Wegstrecke.
In der nach etwa 12 KIlometern vor uns liegenden Wiese ist dann schlussendlich der Geburtsort des Flusses, der uns die letzten Tage so nett begleitet hat.
Es wird still. Die Menschen um uns blenden wir aus.

Wasser rauscht nicht mehr.
Wir reden gar nicht mehr.
Gehen einfach schweigend über die Almwiese im Lechquellgebiet.
Und wir sehen unser Ziel vor uns.
Das Steinbock-Denkmal. Es ist nicht für den Lechweg dort hingestellt worden, sondern für das 1958 an dieser Stelle eingesetzte Steinwild. Heute lebt hier eine der größten Steinbock-Koloniern Europas.
Trotzdem steht es irgendwie für unser Ziel. Dieses wollten wir erreichen. Und wir haben es erreicht.

Wir können nicht behaupten, dass es ohne Emotion ablief. Anita war wohl am meisten beschäftigt. Im Leben hätte sie nach ihrem Tiefpunkt gedacht, bis hierhin zu wandern. Aber sie hat es, wie Bettina und ich auch, durchgezogen.
Zu Recht können wir stolz auf uns sein.
In den Bilder unten könnt ihr vielleicht sehen, wie wir uns fühlten…



Formarinsee

Einen Abstecher zum Formarinsee war natürlich auch drin. Er liegt da, glasklar und in 20 Minuten waren wir an der Freiberger Hütte angekommen, wo neben uns noch viele andere Menschen Rast machten.


Interessantes zum Formarinsee: Der Formarinsee ist ein Hochgebirgssee im Lechquellengebirge im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Auf einer Höhe von 1793 m ü. A. liegt der See in unmittelbarer Nähe zur Roten Wand und dem Berg Formaletsch im Gemeindegebiet von Dalaas.
Der See bildet sich jedes Jahr von Neuem aus Schmelzwasser. Sein Abfluss unterläuft unterirdisch – unter der Roten Wand – die europäische Wasserscheide. Ganz in der Nähe des Sees entspringt der Formarinbach, einer der beiden Quellflüsse des Lechs. Obwohl eine Namensgleichheit zwischen dem Bach und dem See besteht, entspringt ersterer nicht dem Formarinsee. Nördlich des Sees liegt die Formarinalpe, südlich des Gewässers die Freiburger Hütte, von wo aus ein anspruchsvoller, ausgesetzte Kletterei verlangender Steig auf die Rote Wand führt.



Wir waren etwas rastlos dort, gönnten uns ein Getränk, genossen die Aussicht und die Luft – aber irgendwas fehlte.
Da fällt mir ein Spruch ein, den wir in unseren Wandersprüchen auch schon vorgestellt haben:


Ja, wir vermissten schon in diesem Moment unseren Weg. Unseren Lechweg. Der erste Weitwanderweg und edann war es einer von dieser Güte! Wir können ihn dir vorbehaltlos empfehlen, sind ein großer Freund vom Lech. Ein freundlicher Fluss in einer sensationell schönen Landschaft.
Wir sind verliebt!

Fazit

Diese für uns letzte Etappe war nochmal voller Schönheit, wir sahen auch Murmeltiere und eine Gemse, der Weg zur Quelle ist wundervoll. Dass unsere Wanderung nun zu Ende ist, finden wir arg schade, wir sind stolz auf uns. Noch nie sind wir so weit zusammenhängend gewandert.
Die Gegend, die Menschen, die Natur, der Lechweg – es hat uns schlichtweg alles sehr gut gefallen und um Weiteres zu erkunden, werden wir wohl wiederkommen müssen!

Highlights

Der Weg! Unsere Emotionen auf diesen letzten Kilometern sind nicht zu beschrieben, diese für uns letzte Etappe war insgesamt ein Höhepunkt.

Ausrüstungsempfehlung

Du benötigst auch auf diesem Teilstück keine alpine Ausrüstung. Gute Wanderschuhe, mit denen du gut über Stock und Stein gehen kannst reichen vollkommen aus. Das andere ist natürlich wieder wetterabhängig, bei sonnigem Wetter ist eine Kopfbedeckung empfehlenswert.

Unterkunft

Nach unserer Rückkehr verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend im Hotel Alprose in Zug. Wir haben gut gegessen und wirklich gut geschlafen.

Alle Etappen im Blog
Weiterführende Links
Offenlegung

Den Lechweg erkundeten wir während einer Wander-Recherchereise. Zu dieser wurden wir vom Verein Lechweg eingeladen. Wir bedanken uns dafür herzlich!
Die Kooperation beeinflusst unsere Sicht auf Dinge allerdings grundsätzlich nicht und wir geben hier ausschließlich und ehrlich unsere Beobachtungen wieder.


Werbung

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*