Lechweg – Etappe 3 – Unendliche Weiten zwischen Weißenbach und Elmen

Lechweg Etappe 3 Schaukel Vorderhornbach

Auf dieser Lechweg Etappe 3 hatte unser neu liebgewonnener Freund wirklich viel Platz in seinem Flussbett. Über Forchach, Stanzach und Vorderhornbach ging es und auch diese 3. Etappe hat uns richtig gut gefallen. Warum das so war und was uns unterwegs so begegnete, das liest du in diesem Beitrag.

Facts

Art: Streckenwanderweg
Name: Lechweg Etappe 3
Region: Tirol/Österreich
Start: Goldenes Lamm Weißenbach/Lech (884 müNN)
Ziel: Landgasthof Kaiserkrone Elmen (972 müNN)
Länge: 22,5 km
Anstieg: 360 Meter
Abstieg: 270 Meter
Dauer: ca. 6 Stunden
Betreiber Lechweg: Füssen Tourismus und Marketing, Tourismusverband Naturparkregion Reutte, Lechtal Tourismus, Warth-Schröcken Tourismus, Lech Zürs Tourismus GmbH

komoot-Karte
Los gehts

Am Hotel “Goldenes Lamm” in Weißenbach geht es los. Nach einer ruhigen erholsamen Nacht und einem guten Frühstück wanderten wir bei wieder wundervollem Wetter los. Unsere Freundin Bettina war natürlich wieder mit dabei, es war wirklich toll, diesen unglaublichen Weg zu dritt zu erleben. Ein Stück am Weißenbach ging es entlang aus dem gleichnamigen Ort hinaus.
Wir beobachteten einen kleinen badenden Hund, ließen die Gedanken fliegen und freuten uns riesig auf die nächsten 20 Kilometer, die uns unserem Ziel, dem Steinbock am Formarinsee wieder etwas nächer bringen sollten.

Über Wiesen wanderten wir, dabei genossen wir mal wieder die schönen Ausblicke und Einblicke auch in die Lebens- und Arbeitsweise der Bauern hier.
Flach ging es die ersten Kilometer zu. Wir blieben immer auf Höhe des Lechs.

Moosberg und Baggersee

Am Fuße des Moosbergs wanderten wir vorbei, auf Schildern wird uns gezeigt, dass hier auch der Neuntöter heimisch ist. Wir lesen, dass er seine Beute aufspießt, um sie zu teilen oder aufzubewahren.
Ok… :-o

Wir treffen als Nächstes auf den glasklaren und wunderschön anzusehenden Baggersee, auch Lechausee genannt. Hier kann man wohl auch tauchen – bei dem klaren Wasser ist das gewiss eine große Freude. Allerdings soll er sehr frisch sein, da er vom Lech gespeist wird… Naja, wir gehen ohne hineinzuspringen weiter in Richtung Forchach. Obwohl er schon echt verlockend ist…

Johannesbrücke

Unser Weg geht als Nächstes über eine lange Brücke mit rotem Geländer. Sie passt sich gut in die Landschaft ein mit ihrer Farbe, wie wir finden. Ein schöner Kontrast zum türkisen Wasser.

Interessantes zur Johannesbrücke:
1936/1937 wurde sie errichtet. Mitte des 19. jahrhunderts wurde hier zu ersten Mal eine Brücke über den Lech errichtet. Damals mussten die Überquerer noch Wegezoll abgeben…
Heutzutage führt die Bundesstraße 198 über diese Brücke hinweg und niemand muss mehr Geld für die Überquerung bezahlen.
Der Heilige Johannes ist der Schutzpatron – die Statue entdecken wir auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke.

Wir wandern gleich danach unter der Brücke hindurch am Lech entlang – und an seinem unglaublich breiten Flussbett. Der Fluß hat hier mit Absicht so viel Platz.
“Schuld” ist unter andere das Life Lech Projekt, es hat zum Ziel, die natürliche Dynamik des Flusses und seinen angrenzenden Auwäldern mit ihren typischen Pflanzen-und Tierarten zu erhalten.

“Mit Hilfe der Maßnahmen sollen der Hochwasserschutz verbessert, die weitere Eintiefung und die damit einhergehende Absenkung des Grundwasserspiegels verhindert, Lebensräume gestaltet und bessere Lebensbedingungen für pflanzliche und tierische Spezialisten am Lech geschaffen werden.”

https://www.life-lech.at/de/das-projekt/flussbauliche-massnahmen/
Forchacher Hängebrücke

Weiter auf dem Lechweg ganz nah am Lech in Richtung Forchach. Seit 1906 überspannte hier eine 75 Meter lange Hängebrücke den Lech. Allerdings war sie schon nicht mehr die frischeste und wird nun durch eine neue erstezt.
Die neue Forchacher Hängebrücke ist leider noch nicht fertig gestellt – da freuen wir uns auf Bilder später. Wird gewiss cool…

Bilder haben wir vom Baustellenbereich nicht mitgebracht, da es derzeit nicht so richtig hübsch war. Wir zeigen euch lieber die schönen Seiten :-)
Da entlangzuwandern hatte trotzdem einen besonderen Reiz…

Den Ort Forchach lassen wir links von uns liegen und gehen weiter immer am Fluss entlang.
Es ist entspannend, hier entlang zu wandern. Wir lassen die Gedanken streifen, denken an die vielen Kilometer, die noch vor uns liegen und freuen uns alle drei sehr, sind so gespannt auf den weiteren Verlauf.

Wir sind verliebt

Er ist ein wundervoller Fluss, dieser Lech. Seine türkise Farbe zieht uns einfach in seinen Bann. Die Energie, die wir spüren, kommt nicht von ungefähr. Irgendwie ist dieses uns immer entgegen fließende Wasser wie eine Energiequelle.

Die hervorragende Beschilderung auf dem gesamten Weg müssen wir auch mal erwähnen – im Bild unten eine der wenigen Stellen, wo die Wegezeichen nicht so gut vom eigentlichen Weg (im Vordergrund) zu lesen sind :-D

Kurze Zeit später waren wir inmitten unserer Gedanken schon in Stanzach angelangt.
Hier fällt der Namloserbach mit viel Getose in den Lech, eine imposante Stelle, an dem wir eine längere Zeit verweilten.

Namlos

Weiter oben im Namloser Tal gibt es auch den Ort Namlos. Der hat uns erstmal ein bisschen zum Schmunzeln gebracht, aber es ist natürlich anders, als zuerst gedacht.

Herkunkt des Namens Namlos:
Der Ortsname „Namlos“ leitet sich vermutlich von einem Erstsiedler namens Amel ab (Kurzform zu Amelfrid oder Amalung). Zuerst wurde an den Namen die Genitivendung -es angehängt (1427: „in Amles“). Dann kam das N der Präposition in durch falsche Silbentrennung an den Namen. So trug der Ort einige Zeit lang den Namen „Namles“, ehe er von den Amtsstuben zu „Namlos“ verhochdeutscht wurde. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Namlos)

Vorderhornbach

Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir an diesem Tag gefühlt noch nicht einen Höhenmeter absolviert. Es ging wirklich einfach immer flach am Lech entlang. Nun ging es nach etwa 14 gewanderten Kilometern über die Vorderhornbachbrücke in den gleichnamigen Ort, wo ein erfrischender Brunnen und eine wunderschön anzuschauende Kirche auf uns wartete.

Schaukeln

Außerhalb von Vorderhornbach dann der erste Anstieg des Tages und danach erfreute uns eine große Schaukel. Wir machten kurz Rast und ließen den Ausblick auf uns wirken.
Irgendwie war es ständig ein unglaubliches Gefühl in uns. Ungläubigkeit darüber, so etwas schönes sehen zu dürfen, aber bei Anita immer mal wieder Zweifel, ob sie diesen Weg bis zum Ende schafft.
Viele Gedanken, viel Zeit, viele wundervolle Eindrücke…

Elmen

Viele kleinere Wasserfälle, ein erfrischender Buchenmischwald, einige Kunstgedanken und tolle schmale Pfade folgten, und schließlich erreichten wir nach dem Abstieg die hölzerne Klimmbrücke und das Naturparkhaus.
Leider war es bei unserer Ankunft schon geschlossen, sonst hätten wir da gern mal reingeschaut. Zum Ende gehen wir noch durch den Ort Elmen bis zu unserer heutigen Unterkunft.

Fazit

Im Gasthof streckten wir die Beine aus und waren froh über die abwechslungsreiche Etappe. Etwas über 22 Kilometer war sie lang und es waren moderate 360 Meter hinauf zu bewältigen. Die waren allesamt im letzten Drittel der Wanderung. Die Kilometer am Lech haben uns Zeit zum Nachdenken gegeben, es muss für uns nicht immer nur spektakulär sein… Wir lieben auch diese Wege zum Runterkommen. Ab Vorderhornbach dann gab es Anstiege und wundervolle Aussichten auf das Lechtal und die hohen Berge, die vor und neben uns lagen.

Highlights

Die Aussicht ins Lechtal von der Schaukel über Vorderhornbach hat uns beiden auf dieser Etappe am besten gefallen. Der Weg dorthin über eine Wiese, wo viele Orchideen wachsen, von denen wir noch einige entdeckt haben, war ein weiteres Highlight.

Ausrüstungsempfehlung

Auf dieser Etappe benötigst du keine Bergstiefel, festes Schuhwerk reicht unserer Meinung nach aus. Die kurzen Anstiege sind auch ohne Trekking-Stöcke gut zu meistern. Ein Sonnenschutz war gut, da es über einige Kilometer ohne Schatten daherging.

Unterkunft

In Elmen schliefen wir im Lechweg Partnerbetrieb Landgasthof Kaiserkrone. Wir wurden mit einem netten Gruß für die müsen Füße im Zimmer begrüßt. War eine sehr nette Geste. Das Essen schmeckte und die Menschen hier waren sehr nett. Sehr überraschte uns unser Gepäck auf dem Zimmer. Kein Schleppen mehr :-)
Weitere Informationen und Fotos in unserer Übersicht zum Lechweg Von Fall zur Quelle.

Weitere Etappen im Blog
Weiterführende Links
Offenlegung

Den Lechweg erkundeten wir während einer Wander-Recherchereise. Zu dieser wurden wir vom Verein Lechweg eingeladen. Wir bedanken uns dafür herzlich!
Die Kooperation beeinflusst unsere Sicht auf Dinge allerdings grundsätzlich nicht und wir geben hier ausschließlich und ehrlich unsere Beobachtungen wieder.

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