Lechweg – Etappe 1 – Füssen – Pflach – Von Gnomen und Königen

Wir starteten unsere 1. Etappe vom Lechweg in Füssen am allseits bekannten Lechfall.
Wir wollten an diesem Tag bis Pflach wandern. Wie sich der Weg gestaltet und was wir erlebten, ob wir wirklich Gnome trafen – das liest du in diesem Beitrag.

Wenn du die Übersicht mit allen Informationen zu unserem Lechweg in 8 Etappen suchst, findest du den hier: Lechweg in 8 Tagen – vom Fall zur Quelle

Facts

Art: Streckenwanderweg
Name: Lechweg Etappe 1
Region: Allgäu/Bayern/Deutschland, Tirol/Österreich
Start: Lechfall Füssen
Ziel: Vogelbeobachtungsturm Pflach
Länge: 19,5 km
Anstieg: 550 Meter
Abstieg: 520 Meter
Dauer: 5,5 Stunden
Betreiber Lechweg: Füssen Torismus und Marketing, Torismusverband Naturparkregion Reutte, Lechtal Tourismus, Warth-Schröcken Tourismus, Lech Zürs Tourismus GmbH

komoot-Karte
Der Lechfall

Unser Startpunkt. Es geht also endlich los.
Ja, vor uns liegen ein paar Tage – und wir können an diesem Morgen noch gar nicht so richtig in Worte fassen, was wir denken sollen. Es warten viele Kilometer auf uns. Viele Anstiege. Viele Emotionen.
Und als erstes sehen wir eben diesen wundervollen Lechfall vor uns.

Wissenswertes
Der Lechfall zählt seit 2005 zu Bayerns schönsten Geotopen.
Das Wasser des Lechs stürzt hier über 5 Stufen etwa 12 Meter in die Tiefe.
Im weiteren Verlauf verengt sich der Fluss und wird zur Lechschlucht.
Über den Wasserfall führt der König-Max-Steg, der im Jahr 1895 erbaut wurde. In einer Nische über der Klamm befindet sich eine Büste König Maximilians II.


Zurück zu unserer Wanderung.
Fragen kommen auf.
Schaffen wir das? Hält Anitas Knie?
Wird das Wetter in den nächsten Tagen gut bleiben? Haben wir genug und das Richtige zum Anziehen dabei?
Es sind auch leichte Zweifel zu spüren. Diese werden vor allem Anita auch während fast der gesamten Tour nicht loslassen. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.


Wir stempeln unsere Lechweg-Karte ab und machen uns vom an diesem Tag gut gefüllten Lech auf den Weg in Richtung Kalvarienberg.

Zu Beginn stiefeln wir gleich mal bergauf. Das werden wir in den nächsten Tagen noch des öfteren tun. Aber wir tun das echt gern.
Niemand triebt uns, wir allein bestimmen das Tempo.
Kennst du dieses Gefühl? Du weisst, irgendwann bist du oben – und da erwartet dich eine wundervolle Aussicht oder eine Berghütte, eine Kapelle oder man belohnt sich eben selbst mit einer Rast.
Es ist doch einfach in 95% der Bergauf-Wege so oder?

So war es auch hier. Wir kamen etwa 120 Höhenmeter später auf dem Kalvarienberg (953 m ü. NN) mit seinen 3 Kreuzen an und hatten eine Aussicht, die uns ein erstes Mal auf unserer Tour den Atem raubte. Es sollte wohl nicht das letzte Mal sein…

Der Blick schweifte über Füssen, dahinter sahen wir den Hopfensee und das flache Alpenvorand – drehten wir uns um hatten wir einen wunderschönen Blick in die Berge, auf den Schwansee, den wir auch kurz danach noch von Nahem sehen sollten.


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Wir mussten uns schon disziplinieren, um hier nicht noch länger zu verweilen. Aber aufgrund der Tatsache, dass wir noch nicht mal 2 (!) Kilometer gegangen waren, besonnen wir uns und machten uns an den Abstieg.

Die Königsschlösser

Wir wanderten vorbei am Schwansee (wir gingen falsch um ihn herum – das einzige Mal, dass wir den Weg verfehlten auf den 140 Kilometern), einen schmalen Pfad hinauf und wieder hinab – und fanden uns mitten im Trubel am Alpsee wieder.

Ja, die Königsschlösser ziehen viele Menschen an! Und das ist auch gut so, sie sind ja einfach viel zu schön, um nicht angeschaut zu werden.
Aber wir fühlten uns nicht so richtig wohl und vermissten unseren angehenden neuen Freund, den Lech, ein wenig.

Der Gnomensteig

Nachdem wir gemeinsam mit vielen Touristen den Alpsee halb umrundet hatten und das Marienmonument bewundert hatten, bogen wir nach mittlerweile etwa 9 gewanderten Kilometern rechts in den Wald ab.
Durchatmen.
Wir haben es in unserer Übersicht zum Lechweg schon geschrieben – an einem Sonntag zu starten ist vielleicht nicht ganz so gut, denn die Wege gerade auch rund um die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sind wirklich gut besucht.

Wir verzogen uns also in den dichten Wald – und fanden uns alsbald auf dem Gnomensteig wieder.
Hier wohnen sie also, diese kleinen Wesen.
Was für eine Freude auch für uns!
Riesige Felsen, das Naturdenkmal Israelit, ein schmaler Steig, wundervollster Wald um uns herum und irgendwann auch Leere. Kein Mensch mehr zu sehen – aber auch kein Gnom. Wo waren die nur?

Wir erreichten nach etwa 12 Kilometern den höchsten Punkt (1025 m ü. NN) unserer 1. Etappe auf dem Lechweg.
200 Höhenmeter ging es auf dem Gnomenstieg hinauf, aber moderat auf etwa 2 Kilometer verteilt. Wir folgten nun brav dem weißen “L” auf dunklem Grund. Am Schwansee hatten wir uns tatsächlich verleiten lassen, dem blauen “L” zu folgen. Dieses ist aber für eine der Lechschleifen da und nicht für den Lechweg. Das hatten wir danach auch verstanden. :-D

Mit dem hölzernen “L” mussten wir uns fotografieren, zu schön, dass da jemand aus einem Baumstumpf dieses Wegzeichen geschnitzt hat!

Durch den wilden Wald wanderten wir auf Wald- und Forstwegen entlang Richtung Pinswang und Pflach und genossen die Ruhe um uns.
Ja, dieses Teilstück gab uns das Gefühl, angekommen zu sein.
Hier war es wirklich still, keine Menschen zu sehen, nur die Natur und wir. Das Wetter war ein Traum, es war nicht zu heiß, es passte alles.
Unseren Sonnenhut hatten wir übrigens auf fast der gesamten Tour auf. Sowas können wir dir auch empfehlen.
Die Sonne scheint erstens nicht so auf den Kopf, zweitens wirst du nicht geblendet und drittens hilft er auch bei Regen. Zum Thema Regen kommen wir aber erst auf einer der nächsten Etappen.
An unserem ersten Tag brauchten wir uns darum keine Gedanken zu machen.

Die Sternschanze

Nach etwa 14,5 Kilometern kamen wir nach abwechslungsreichen Waldpassagen an der Sternschanze an. Was für ein wundervolles Plätzchen! Hier haben wir eine etwas längere Rast eingelegt, fotografiert und die Seele baumeln lassen. Das gelang hier wunderbar. Schaut euch mal die Fotos an.


Wissenswertes
Bei Reutte befindet sich die Festung Ehrenberg und die Sternschanze gehört zu den Vorwerken dieser Festung. Erbaut wurde das rechteckige Bauwerk um die Zeit des 30-jährigen Krieges. Warum dieser Bau, von dem nur noch diese Ruine übrig geblieben ist, Sternschanze heißt, das weiß noch niemand so richtig.


Pflach und sein Vogelschutzgebiet

Nachdem wir noch ein paar wildromantische Meter im Wald wanderten, gelangten wir nach etwa 16 Kilometern wieder in die Zivilisation. Es ging an der Fernpassstraße entlang, wir unterquerten diese und bewegten uns Richtung Pflach.

Unser erstes Etappenziel hatten wir also direkt vor Augen.
Vorher sahen wir noch viel vom Ort, der Lechweg führt durch einen Teil von Pflach hindurch. Eine kleine Brücke führte uns über den Archbach und nach etwa 19,5 Kilometern waren wir am Vogelbeobachtungsturm Pflach angelangt. Schluss für heute.
Den Turm mussten wir natürlich noch erklimmen und die Aussicht auf die Pflacher Auenlandschaft genießen.


Wissenswertes
Die Pflacher Auenlandschaft. DerWildfluss, Bäche, lehmige Tümpel, Röhrichtgürtel, stille Gewässer und ein Dschungel aus Totholz und Gestrüpp, das sind attraktive Rastplätze für Brut- und Zugvögel. Zwei Drittel aller in Tirol vorkommenden Brutvogelarten machen in der Pflacher Auenlandschaft Station. Mehr über die Bewohner dieser Landschaft erfährt man auf dem Vogel-Erlebnispfad an sechs Themenstationen. Man kann vielen Vogelstimmen lauschen und sein Gehör schärfen. Die Quize auf den Tafeln machen viel Spaß :-) (Quelle: https://www.naturpark-tiroler-lech.at)


Fazit

Unsere erste Etappe vom Lechweg von Füssen nach Pflach war spannend. Wir kamen vom Trubel Füssens und an den Königsschlössern in wenigen Kilometern in wunderbar ruhiger Natur an, wo wir keinen Menschen mehr trafen.
Auf dieser Etappe sind die Anstiege moderat und nicht lang, die Wege abwechslungsreich. Es gab neben Wald- und Forstewegen Wiesenwege und ein bisschen Asphalt. Der Unterschied zwischen dem Trubel am Alpsee und der Ruhe und der unberührten Natur zwischen Gnomensteig und Sternschanze war enorm.

Insider-Tipp

Wandere diese Etappe nicht an einem Sonn- oder Feiertag, rund um Füssen und die beiden Seen kann es da schnell mal sehr voll werden.

Highlight

Zu jeder Etappe werden wir dir unser Highlight schreiben, ein Punkt oder ein Abschnitt, der uns besonders gut gefallen hat.
Bei Anita waren es auf Etappe 1 von Füssen nach Pflach die großen Felsen mit dem Israelit, die uns unweit des Alpsees empfingen.
Mein Highlight war der Wald rund um den Gnomensteig. Zwar haben wir die kleinen Bewohner nicht getroffen, aber sie hatten ihr Daheim wunderbar für uns hergerichtet…

Ausrüstungsempfehlung

Wir empfehlen dir für diese Etappe normale Wanderstiefel und Stöcke für die An- und Abstiege. Proviant solltest du ausreichend dabei haben, es sei denn, du erwägst eine Einkehr an den Königsschlössern. Da gibt es einige Möglichkeiten. Von Pflach ist es nicht weit bis nach Reutte.

Unterkunft

Unsere Unterkunft befand sich in Reutte. Vom Vogelbeobachtungsturm bis zu unserem Hotel Zum Mohren waren es keine 2 Kilometer, die meisterten wir noch. Es gibt in Pflach und Reutte einige Lechweg-Partner, bei denen sich gut nächtigen lässt. Mehr zu den Hotels und Pensionen, in denen wir nächtigten, lest ihr im Beitrag: Lechweg in 8 Tagen – vom Fall zur Quelle

Weiterführende Links
Offenlegung

Den Lechweg erkundeten wir während einer Wander-Recherchereise. Zu dieser wurden wir vom Verein Lechweg eingeladen. Wir bedanken uns dafür herzlich!
Die Kooperation beeinflusst unsere Sicht auf Dinge allerdings grundsätzlich nicht und wir geben hier ausschließlich und ehrlich unsere Beobachtungen wieder.

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