Top Wander-Tipp im Hunsrück: Traumschleifchen Kuckucksnack

Ein neues Traumschleifchen wird morgen, am 18. Juni eingeweiht, es ist das Traumschleifchen Kuckucksnack. Im Hunsrück, genauer gesagt im Rhein-Hunsrück-Kreis in der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein, bei Damscheid verläuft diese kleine Runde – und ob die sich zu wandern lohnt, das lest ihr in diesem Beitrag.


komoot-Karte


Facts

Start/Ziel: Ausgewiesender Parkplatz in Damscheid
Art
: Rundwanderung
Dauer:  ca. 2 Stunden
Länge: ca. 8 Kilometer
Höhenmeter: ca. 220 Meter hinauf und hinab

Wegezeichen

Das bekannte Wegezeichen der Traumschleifchen mit dem Namen „Kuckucksnack“ weist dir zuverlässig den Weg.



Was sind Traumschleifchen?

Die als Spazierwanderwege zertifizierten Traumschleifchen sind die kleinen Geschwister der Traumschleifen; sie sind kürzer und es sind weniger Höhenmeter zu bewältigen.
Dass dieser Weg ein Spaziergang ist, möchten wir aber nicht behaupten, denn es gibt schmale Pfade und auch für die Kürze des Weges einige Höhenmeter zu bewältigen. Trotzdem ist der Weg gut gehbar, außerdem gibt es unterwegs genügend Möglichkeiten, sich zu erholen.


Start

Wir starten am ausgewiesenen Parkplatz am Gemeindezentrum in Damscheid, dort entdecken wir auch ein Schild zu unserem kleinen Traumschleifchen. Wir erfahren hier etwas über den Weg und die Hightlights, eine Karte zeigt uns, wo wir entlang wandern dürfen.
Ein alternativer Parklplatz ist am Waldlehrpfad, da es dort aber wenig Platz gibt, ist der im Ort wohl die bessere Wahl.



Der Weg

Wir starten am Gemeindehaus, gehen an der Kirche vorbei leicht bergauf aus dem Ort heraus über einen Zuweg zum offiziellen Startpunkt zur Sommerresidenz, einem Rastplatz mit vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten und einer stattlichen Buche.
Hier biegen wir nach rechts und gleich wieder nach links, um neben einer Wiese entlang immer weiter hinauf zu stiefeln. Wir überqueren den asphaltierten Weg und entdecken ein großes Holztor, durch das der Weg in den Wald führt.
Vorher wenden wir unsere Blicke allerdings nach links und können auf einer Bank eine tolle Aussicht über Damscheid, das Mittelrheintal bis in den Taunus genießen.


Der Waldlehrpfad

Gehst du anschließend durch dieses große Tor, bist du auf dem Wadlehrpfad, der seit 2012 im Wald von Damscheid über die Geschichte der Waldwirtschaft und Waldlebensräume unterrichtet. Es finden sich über 80 verschiedene Baum- und Straucharten. Auf dem Rückweg werden wir noch weitere Meter durch den Waldlehrpfad gehen. Nach der Abbiegung nach links auf den vorhin verlassenen Weg, der nun geschottert ist, geht es erstmal 300 Meter geradeaus auf ihm entlang.



Zu den Kuckucksnacks

Nach etwa 1,4 Kilometern (den Zuweg aus dem Ort kommend beachten) biegen wir nach rechts auf einen Waldweg ab. Es geht immer noch leicht bergauf, wir erreichen weitere schöne Aussichten in den Taunus. Der Wald wird dichter und nach gut 2 Kiloemtern erreichen wir den Abzweig nach rechts zu den Kuckucksnacks.


Was ist ein Nack?
Gefunden haben wir hierzu nur sehr wenig und wenn dann geht es um den Nacken. Auf einer Webseite allerdings, hier geht es um wird ein „Nack“ als kleiner Hügel definiert. (Quelle: https://alt-idstein.de/flurnamen/flurnamen-grundbegriffe)
Das kommt uns auch sinnvoll vor, denn das, was wir hier erwandern sind alles kleine Felshügel, die einfach so im Wald auftauchen. Meist an exponierter Stelle am Hang und mit toller Aussicht.


Die drei Kuckucksnacks sind rechts versteckt, aber wenn man so in den Abend wandert, wie wir das taten, sind sie fast ein wenig unheimlich. Plötzlich erscheinen nämlich unerwartet größere Felsen vor uns, das müssen sie also sein. Vor einem entdecken wir einen historischen Sessellift-Sessel, am anderen hängt er.
Der Kuckuck.
Deswegen heißen die also so!
Nein, das ist natürlich Spaß… Er wurde selbstverständlich nachträglich angebracht und zeigt genau, wo wir hier sind.
Es wird vermutet, dass es aber sehr wohl mit den Vögeln zu tun hat. Im Frühjahr kannst du sie auch rufen hören… Aber ihren Namen hat das Traumschleifchen Kuckucksnack auf jeden Fall von diesen Felskolossen hier.



Weiter geht es durch den Wald, hier und da raschelt es laut neben uns, Amseln suchen unter dem dichten Blätterteppich nach Fressbarem. Dabei erschrecken sie uns nicht nur einmal, wenn sie dicht neben uns aufschrecken. Aber das sind nicht die einzigen Raschler, auch kleine Mäuse, die neben dem Weg herumsuchen, entdecken wir.

Vogelsnack

Nach etwa 300 Metern auf einem idyllischen Waldweg sehen wir die Hinweisschilder zum nächsten Nack – den Vogelsnack über dem Niederbachtal. Und der ist ein ganz besonderer.
Über einen felsigen Zuweg und zuletzt über eine Treppe erreichen wir die kleine „Besucherplattform“ mit wundervollem Blick auf das nicht weit entfernt auf einer weiteren Felsspitze stationierte Gipfelkreuz. Seit über 80 Jahren steht hier wohl ein Gipfelkreuz, 2017 wurde es erneuert. Nun glänzt es in der untergehenden Sonne.
Eine Sitzgelegenheit und ein Weinschrank erleichtern das Bleiben – aber auch ohne dies könnten wir hier länger verweilen. Diese Aussicht ist einfach grandios, und jetzt am Abend irgendwie sio friedlich.



Hohenstein

Nachdem wir uns also trennen konnten, geht es gut einen Kilometer bergauf – so richtig schön über Single-Trail-Passagen. Die letzten Höhenmeter muten nicht nach Hunsrück an, eher wie in den Alpen mit Kiefern, und mit dieser Stille, die auf nahezu der ganzen Strecke herrscht, fühlen wir uns weit entfernt von jeglicher Zivilisation.
Wir erreichen schließlich am höchsten Punkt der Strecke den Hohenstein. Auf diesen können wir über einen kleine Abstecher hinaufkraxeln, macht einfach Spaß – aber bitte aufpassen, hier soll niemand wegen Leichtsinn verunglücken!



Neben uns schreckt ein Reh auf und flüchtet, noch weit hören wir sein Schritte im Wald. Apropos Waldboden: eine wunderbare Beobachtung auf dieser Tour. Wie unterschiedlich Waldboden sein kann. Hohl, knacksend, fast lautlos, weich, hart, federnd, wir haben es hier mit so tollen Begegnungen für die Füße und die Ohren zu tun. Ein Genuß!



Lieblingsplatz

Und dann kommt da diese Stelle, die sich bei uns als eine unserer Lieblingsplätze manifestieren wird: eine Bank auf einer erhöhten Stelle mitten im Wald, umgeben von Eichen und kleineren Felsen, die aus dem Boden luken. Jetzt im Abendlicht wird die Bank von der Sonne angestrahlt, einfach ein Ort zum Bleiben. Was sagst du?



Klein- und Großmördersnack

Die beiden letzten „Nacks“, die es auf dieser Tour zu entdecken gilt, treffen wir auf dem verbleibenden Weg an. Die mit den Namen, wo unsere Gedanken wieder denken: warum?
Waren hier mal Hinrichtungsstätten unserer Vorfahren, wie an so vielen Orten im Hunsrück?
Naja, erstmal egal, vielleicht weiß jemand von euch die Bedeutungen der Nacks hier?
Wir erwandern also auf unserem Bergab-Weg, auf dem wir auch mal schöne Ausblicke in den Hunsrück genießen können, den Kleinmördersnack, auf dem zwei Stühle mit einem Tisch wiedermal zum Verweilen einladen. Die schöne Aussicht, die wir von dort haben, müssen wir kaum mehr erwähnen:



Als letzten der Quarzitfelsengruppe, die vor mehr als 250 Millionen Jahren entstanden ist, erklimmen wir den Großmördersnack, den wir wieder über einen kleinen Abstecher erreichen. Nicht weniger imposant wie seine Geschwister, verzaubert er uns einfach mit seinem Dasein. Zurück auf dem Weg werden wir nun durch dichten Wald, durch neuen Wald und schließlich vorbei am Arboretum von Damscheid, in dem man über 60 verschiedenen Baum- und Buscharten bewundern kann, am Waldlehrpfad und am Waldkindergarten zurück zu unserem Ausgangspunkt geführt.



Fazit

Eine kurzweilige, wunderschöne und spannende Strecke, die zeigt: es muss nicht immer lang sein, um die Natur mit all ihrer Schönheit zu erleben. Mit etwa zwei Stunden ist diese Tour gut am Abend oder am Morgen vor der Arbeit zu realisieren.

Tipp

Geht nicht am Wochenende – da wird sie wohl gerade zu Beginn voll werden!


Gedanken zum Schluss

Dieser Weg liegt uns – wie alle – am Herzen!
Diese Kolosse, die da friedlich im Wald schlummern und uns auf sich herumklettern lassen – wir hoffen, ihr lieben Wanderer geht achtsam mit ihnen und euch um.
Es ist eine wundervoll friedliche Strecke inmitten nahezu unberührter Natur, versteckt im Wald, sie wirkt fast schutzbedürftig, dabei sind wir es, die Schutz brauchen vor Naturgewalten.
Wir möchten euch dazu anhalten: seid achtsam und nehmt euren Müll wieder mit heim, lasst die Natur heile!
Danke.



Weiterführende Links

2 Kommentare

  1. …oh wie klasse…..danke für euren ausführlichen bericht….da hab ich lust direkt loszulaufen….
    auf euer buch freue ich mich auch schon dolle….
    herzlichst
    annette

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