Schwede-Bure-Tour Oberwesel – langweilig ist anders

Was ist eigentlich der Schwede-Bure? Was haben die Schweden mit Oberwesel zu tun?
Wenn du diese Schwede-Bure-Tour gegen den Uhrzeiger-Sinn läufst, erfährst du dies erst ganz zum Schluss deiner Wanderung. Aber bis du dort hin kommst, ist es gewiss nicht langweilig, denn es gibt noch viel mehr zu sehen, als den Schwedenborn. Lest selbst.

Facts

Art: Rundweg
Schwede-Bure-Tour
Region: Oberwesel, Mittelrheintal, Rheinland-Pfalz
Start/Ziel: in Oberwesel, Wanderparkplatz Damscheid/Hard, Gasthaus „Rheingoldschänke“
Länge: ca. 13 km
An-, Abstieg: etwa 370 Meter
Dauer: ca 4 Stunden inkl. Pausen
Einkehr: Rheingoldschänke, “wanderbar” Ferienhof Hardthöhe (Öffnungszeiten beachten)
Betreiber: Stadt Oberwesel, Orstgemeinde Damscheid
– zertifiziert vom “Deutschen Wanderinstitut”

komoot-Karte
Anfahrt/Parken

Wir haben unser Auto in Oberwesel an der B 9 geparkt. Dort gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten. An der Rheingoldschänke und am Wanderparkplatz Nähe Damscheid kannst du dein Auto auch gut abstellen. Dann gestaltet sich deine Tour allerdings etwas anders als die unsere.

Oberwesel

Nun ging es also los. Die UNESCO Welterbe-Stadt Oberwesel ist uns bekannt als die Stadt mit der tollen Stadtmauer und den vielen Türmen darin. Nicht umsonst hat sie den Beinamen: Stadt der Türme. Schon 50 vor Christus war hier eine keltische Siedlung, die Römer waren natürlich da, der Ort spielte um die Jahrtausend-Wende eine wichtige Rolle als Militärstation an der Römischen Rheintalstraße zwischen Mainz und Koblenz.
Eine bewegte Geschichte erlebte der Ort, gute und schlechte Zeiten. Geblieben sind die Kirchen, die Schönburg, die Stadtmauer mit ihren Türmen und zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten – und diese Wanderung zeigt uns einige davon.

Die Stadtmauer kannst du im Übrigen auf dem Stadtmauer-Rundweg erforschen. Das historische, wehrhafte Oberwesel ist richtig spannend…

Wir aber bewegen uns auf der Rundtour zum Rheinburgenweg weiter. Vom Schaarplatz aus gehen wir am Vormittelalterlichen Stadtbrunnen am Rasselberg entlang, der wie so vieles durch den Bauverein Historische Stadt Oberwesel e.V. restauriert wurde. Wir wandeln durch den Schützengraben, die Stadtmauer immer rechts von uns im Blick. Imposant ist sie! Wundervolle Blicke auf die Türme und auf Oberwesel kannst du schon jetzt erhaschen. Auf den Informationstafeln erfährst du viel Wissenswertes rund um die Stadtmauer.


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Nach dem Queren der Straße wandern wir ein kleines Pfädchen bergauf – zu Beginn gehst du erstmal 2 Kilometer bergauf. Aber keine Sorge, es gibt genug Stellen zum Ausruhen, zum Fotografieren – also zum Durchschnaufen.

Die Beschilderung

Ein weißer Turm, ein weißes, geschwungenes R (für RheinBurgenWeg), darunter RheinBurgenWeg Rundtour und das alles auf dunkelrotem Grund.
Die Worte Schwede-Bure-Tour haben wir auf den meisten Schildern vermisst und daran mussten wir uns erstmal gewöhnen.
Als das klar war, war alles gut und der Weg bestens ausgeschildert.

Der Kackstuhl

Naja, ehrlich gesagt haben wir schon viele Aussichtspunkte erlebt, aber einen solchen Namen noch nie! Von einem solchen hattest du gewiss noch nie einen solchen Ausblick!

Jüdischer Friedhof

Weiter geht es immer weiter leicht bergauf, am Jüdischen Friedhof vorbei. Dieser befindet sich echt weit außerhalb, ca. 2 Kilometer…
Schon oft haben wir Jüdische Friedhöfe gesehen, die an Ortsrändern liegen, aber so weit draußen?
Des Rätsels Lösung: die Juden mussten das Land kaufen und da dieses hier wenig brauchbar für Weinbau und sonstige Landwirtschaft war, konnte sich die jüdische Gemeinde es leisten.


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Wir gelangen alsbald zur “sRheingoldschänke” und lassen uns hinreißen, etwas zu essen. Ist normalerweise gar nicht unser Stil, mittendrin etwas zu essen, aber hier war es tatsächlich so. Ein belegtes Brot und ein großes Getränk später befinden wir uns wieder auf der Schwede-Bure-Tour. Warum sie so heisst wisen wir zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht.

An der Guckshöll können wir unseren Blick schweifen lassen. Über das Niederbachtal bis zum Rhein – ein Traum. Bis hierher war es schon richtig schön abwechslungsreich, Wiesenwege, Waldwege und tolle Aussichten. Das, was uns noch erwartete war allerdings ganz anders.

An Damscheid gehen wir vorbei, es geht auf die Südseite der Hardt. Wir gelangen zum Aussichtspunkt Hunsrück, halten uns links, um die Kurve wieder Richtung Oberwesel zu bekommen.
Und nun kam ein sehr spannender Wegabschnitt. Felsen zu unserer Linken lassen uns immer wieder staunend anhalten. Die Tierwelt ist auch recht aktiv. Viele verschiedene Schmetterlinge und andere Insekten entdecken wir an den blühenden Blumen.

Weinberge

Nach den Felsen kommen die Weinberge. Und als ob sie uns zeigen wollen, dass hier ein gutes Klima für den wärmeliebenden Wein ist, spüren wir eine unglaubliche Wärme. Es sind nicht nur bewirtschaftete, sondern auch brach liegende Weinberge. Hier finden wir einige Informationstafeln über den Oberweseler Weinanbau, der Weg am unteren Rand des Weinbergs ist etwas beschwerlich. Wer den nicht gehen mag, der kann auch unten auf dem Wirtschaftsweg weiter gehen, nach ein paar Hundert Metern gelangen wir nämlich wieder auf ihn.

Die Schönburg

Wir entdecken nun immer wieder und so fotogen die Schönburg. Im 12. Jahrhundert wurde sie schon erbaut, und wie fast alles in der Geschichte wurde sie zerstört, wieder aufgebaut, verändert und erhalten. Und schön anzusehen ist sie wirklich… Aktuell ist ein Hotel, ein Restaurant und ein Turmmuseum darin zu finden.

Die Schweden

Fast hätten wir vor lauter Schönburg-Guckerei den Abzweig in den Wald verpasst. Es sah so aus, als ob es nur kurz hinein ginge – aber geh da unbedingt hindurch.
Wir wandern hinauf in ein Eichenwäldchen und befinden uns in einer komplett anderen Welt.
Eben noch warm, sonnig, Ausblicke, Weinberge, jetzt abgedunkelt durch die Bäume, frisch, sogar feucht, wir sind einem dichten Wald.
Kurz noch blicken wir am Landsknecht-Blick auf den Rhein – und dann endlich wird unsere Frage beantwortet.

Was haben denn jetzt die Schweden mit Oberwesel zu tun?

Wir gelangen zum Schwede-Bure. Ein ganz besonderer Ort, ich fand ihn aber irgendwie ein bisschen gruselig.
Ein gleiches Gefühl hat mich schon mal im Müllerthal beschlichen, als wir durch die Gegend gingen, wo früher die großen Mühlsteine aus dem Fels geschlagen wurden.
Dieser Ort war wieder ein solcher.
Trotzdem bleiben wir ein wenig hier, um uns die Info-Tafel genau anzuschauen. Die Schweden waren im 30-jährigen Krieg nicht sehr nett zur Bevölkerung und so half auch dieser Ort einigen, Schutz zu finden. Die Quelle (Born, Bure) brachte frisches Wasser hervor, ein großer Vorteil.

Die Kalvarienberg-Kapelle erblicken wir nach etwa 12 Kilometer unseres Weges. Und wieder überrascht uns die Schwede-Bure-Tour. So schön ist die 1845 erbaute Kapelle, wir können uns kaum trennen. Es ist ein besonderer Ort… Hier lässt es sich auch gut ein letztes Mal rasten.

Wir gehen den Kreuzweg hinab nach Oberwesel und nach etwa 13 Kilometern haben wir den Ausgangspunkt, den Schaarplatz wieder erreicht.
Oberwesel selbst ist voll von Sehenswürdigkeiten, wenn wir darüber jetzt anfangen würden zu schreiben, würde das den Rahmen sprengen. Nur eines zeigen wir euch noch, die Doppelfigur mit den Oberweseler Heiligen aus dem 18. Jahrhundert. Auf der einen Seite mit Blick Richtung Stadt befindet sich St. Nikolaus, der Schutzpatron der Schiffer, Flößer und Fährleute und rheinseitig schaut St. Johannes Nepomuk herab. Er ist Brückenheiliger und Patron der Beichtväter.

Fazit

Eine wirklich abwechslungsreiche, nahezu bunte Tour haben wir erlebt. Die Schwede-Bure-Tour hat viel zu bieten, verschiedenste Landschaftsformen, Einblicke in die Geschichte und in den Weinbau. Einkehren kannst du unterwegs oder wenn du wieder in Oberwesel angelangt bist. Eine klare Empfehlung für eine schöne Wanderung im UNESCO Weltkulturerbe Mittelrhein.

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