Dürfen wir vorstellen: Die neue Traumschleife Mittelrhein

Unsere Empfehlung:
Geht diesen Weg nicht am Wochenende oder an einem Feiertag, er wird vermutlich sehr voll. In der Woche kannst du ihn gewiss besser genießen!


Die neue Traumschleife Mittelrhein – offiziell ist sie noch nicht eröffnet, aber die Beschilderung sollte mittlerweile erfolgt sein. An Highlights mangelt es ihr nicht, die Aussichten und durchwanderte Natur sind schön – aber sind sie einer Traumschleife würdig? Das liest du in diesem Beitrag.

Facts

Art: Rundwanderweg
Region: Rhein-Hunsrück-Kreis
Start/Ziel: Parkplatz am Spitzen Stein
Länge: 15,8 Kilometer
Aufstieg: 440 m
Abstieg: 440 m
Dauer: etwa 4,5 Stunden mit Fotopausen
Betreiber: Touristinformation Hunsrück-Mittelrhein

komoot-Karte
Start

Wir beginnen diesen Rundweg am Spitzen Stein. Unerwartet trafen wir hier auch auf die Wegebetreuer und gute Geister der Wanderwege in der Region, Achim und Jürgen.

Hier startet auch das Traumschleifchen „Spitzer Stein“, welches wir dir auch sehr ans Herz legen können, wenn du mal weniger Zeit hast. Mit seinen knapp 7 Kilometern bist du etwa 2 Stunden unterwegs. Anders als bei der Traumschleife Mittelrhein. Hier sollten wir erst nach etwa vier einhalb Stunden wieder am Ausgangspunkt angelangt sein.

Beschilderung

Als wir den Weg gingen, war die Beschilderung noch nicht erfolgt. Anfang Mai soll dies passieren, wir liefen nach dem GPX-Track der Tourist-Information Hunsrück-Mittelrhein. Wir werden euch darüber informieren, sobald alle Schilder aufgehängt sind.

Auf gehts Richtung Rhein

Uns führt die GPX entgegen dem Uhrzeigersinn. Wir empfinden diese Gehrichtung auch als angenehm. Wir wandern auf dem Bergrücken des Spitzen Steins, einem von drei markanten Felsformationen auf den linksrheinischen Hunsrückhöhen, entlang und alsbald geht es weg von dem Traumschleifchen „Spitzer Stein“ durch einen Wald.

Rechts von uns entdecken wir einige große Felsbrocken, dahinter führt der Weg entlang, eine Treppe hinunter bis zu einem kleinen Bach.

Niederburg

Auf einem Feldweg gelangen wir nach Niederburg. Uns erwartet am Ortsrand die Schutzhütte „Altes Pumpenhaus“, an dem wir eine weitere Informationstafel der Traumschleife Mittelrhein entdeckten. Ein großer Schwalbenturm erfreut uns, ebenso ein tolles Insektenhotel, eine Erfrischungsstelle für wandernde Vierbeiner und Kneipp-Becken für Arme und Beine der wandernden Zweibeiner. Der Generationenpfad, auf den wir an dieser Stelle auch treffen, erzählt auf Schildern Einiges zu dem Platz und zur Geschichte… wirklich schön gemacht von den Niederburgern.

Interessantes zu Niederburg
Erstmals erwähnt wurde Niederburg um das Jahr 1250 im Zusammenhang mit dem Kloster Eberbach, entstanden ist der Ort vermutlich schon früher. Niederburg trat in der Historie sogar als Stadt auf, hatte eigene Wehranlagen, bevor es im 15. Jahrhundert wieder zu Oberwesel gehörte. Im 16. Jahrhundert war Niederburg nach Oberwesel der zweitgrößte Ort der Region.
„Seit 2002 gehört das malerisch auf der Rheinhöhe gelegene Niederburg zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Diese Auszeichnung würdigt das Mittelrheintal nicht nur in seiner wirtschaftlichen Bedeutung als eine der wichtigsten Verkehrswege Europas, sondern vor allem die in sich geschlossene, einzigartige Kulturlandschaft: Historische Architektur und aufregende Topographie bezaubern seit der „Entdeckung“ des Mittelrheintals im ausgehenden 18. Jahrhundert Reisende aus nah und fern.“ (Quelle: wikipedia)

Natur….

Es folgt einer der schönsten Teile dieser Traumschleife.
Wir wandern links an Niederburg vorbei, hügelig geht es weiter. Viele Hecken am Wegsrand lassen Vögel und kleine Säugetiere ein Heim finden, die Insekten schwirren hier herum, es ist ansonsten ruhig und einfach wundervoll!

Sicherlich spielte an dem Tag auch das Wetter eine Rolle, es war sonnig, weiße Wolken machten den Himmel abwechslungsreich. Ein leichtes, zartes Grün war schon zu erkennen, manche Sträucher blühten mit unzähligen weißen Blüten.

Magst du so etwas auch und kennst weitere Orte, an denen es so aussieht? Erzähl uns gern im Kommentar davon oder schreib uns auf facebook, instagram oder TikTok.

Der Rhein

Nach etwa 4 Kilometern war es dann soweit, wir erblickten den Vater Rhein. Es hat immer wieder etwas ganz Besonderes an sich, diesen Strom dort im Tal vor sich liegen zu sehen. Viele Mythen und Sagen ranken sich um das Gewässer. Wirklich spannend…

Wissenswertes zum Rhein
Der Rhein hat eine Gesamtlänge von 1.232,7 km. Davon liegen in der Schweiz 376 km (davon ein Großteil des inkl. Untersee 170 km langen Hochrheins an der Grenze zu Deutschland), 695,5 km in Deutschland (davon liegen 182 km an der Grenze zu Frankreich; zählt man den Hochrhein inkl. Untersee dazu, erhält man für Deutschland 865,5 km) und 161,2 km in den Niederlanden. 883 km sind für die Großschifffahrt nutzbar. 
Der Rhein ist der zehntlängste Fluss Europas und der siebtlängste, der direkt ins Meer mündet. Unter den Flüssen des deutschen Sprachraums ist er der zweitlängste nach der Donau und vor der Elbe.
(Quelle: wikipedia)

Oberwesel

Die Ausblicke auf den Rhein, auf die Orte am Rhein, den gegenüberliegenden Taunus und den Himmel – wir lieben es! Zu unseren Füßen entdecken wir als erstes Oberwesel, die Stadt der Türme. Die imposante Liebfrauenkirche, die etwas weniger auffällige Martinskirche, die ehemalige Stadtbefestigung mit dem Gelben Turm, dem Roten Turm, dem Steingassenturm, dem Katzenturm, dem Ochsenturm, dem Kölner Torturm, dem Michelfeldturm und dem Kuhhirtenturm, oberhalb der Stadt die Schönburg – Oberwesel hat wirklich einige tolle historische Bauwerke zu bieten.
Auch die Burg Gutenfels über Kaub auf der anderen Rheinseite können wir erblicken.

Ein Stückchen weiter entlang der Traumschleife Mittelrhein sehen wir eine dritte Burg: die mitten im Rhein plazierte Burg Pfalzgrafenstein. Von dort hatten die Pfalzgrafen früher guten Zugriff auf den Schiffsverkehr. Zölle konnten von hier hervorragend kassiert werden. Heute fahren zu normalen Zeiten Boote mit Besuchern hinüber. Im nächsten Bild mit Anita kann man sie erahnen ganz hinten im Rhein.


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Das Günderodehaus

Nach knapp 5 Kilometern erreichen wir das Günderodehaus. Einen kleinen Abstecher musst du hierhin machen. Rechts herunter überquert man zuerst die Straße nach Urbar und dann geht es einen kurzen steilen Weg hinunter zum bekannten Heimat-Filmhaus.

Interessantes zum Günderodehaus
„2005 wurde das „Günderodehaus“ nach den Filmarbeiten des 6-Teilers „Heimat 3″ von Regisseur Edgar Reitz seiner Bestimmung als Filmmuseum und kulturelle Begegnungsstätte übergeben. Das über 200 Jahre alte Haus stammt aus Seibersbach im Hunsrück und wurde durch den Restaurator Uwe Rumeney abgetragen und für die Verfilmung zunächst als baufällige Fachwerkruine oberhalb von Oberwesel aufgebaut und im Laufe der Filmhandlung restauriert.“ (Quelle: rheinburgenweg.com)

Oberhalb des Rheines geht es nun entlang und wir könnten nach jeder Kurve wieder Fotos machen. Auf dem Zuweg zum Rheinburgenweg wandern wir entlang, entdecken einige lustige Metall-Figuren und erstaunliche Skulpturen am Wegserand.
Uns erwarten Trolle wie der „Trollinger“, der „Harke-mal-Troll“, der „Tari-Tara-die-Troll-Post-ist-da-Troll“ und einige mehr. Allesamt aus Metall erschaffen, belustigen sie uns doch sehr :-D

Unter uns befindet sich in diesem Abschnitt der Oelsbergsteig, ein leichter Klettersteig, der in Oberwesel startet. Derzeit ist er wegen eines lockeren Felsbereiches gesperrt (Stand: Mai 2021).

Auch einen Teil des Skulpturenparks Oberwesel – Urbar durchwandern wir. Insgesamt gibt es hier wohl 18 zeitgenössische Skulpturen aus Marmor, Stahl und Holz. Eine davon steht mitten auf einer Wiese – den dort öfter weidenden Schafen ist sie wohl eher egal. Genau wie der grandiose Ausblick… schaut mal:

Maria Ruh

Bis zum sagenhaften Loreleyblick bei Maria Ruh wandern wir relativ eben daher. Wir genießen dabei immer wieder klasse Aussichten. Mittlerweile geht es auf dem bekannten Rheinburgenweg entlang. Angekommen am Aussichtspunkt erblicken wir den Loreleyfelsen auf der anderen Rheinseite und staunen mal wieder. Wir waren an diesem Ort schon das ein oder andere Mal und es ist immer wieder ein besonderer Augenblick. Die sagenumwobene Loreley, deren Geschichte sicher ein jeder kennt, ein Besuchermagnet sondergleichen… Auch die Burg Katz auf der andeen Rheinseite kannst du von hier bewundern.
Wir rasten eine kurze Zeit, bestaunen die tiefste und engste Stelle des Rheins.

Interessantes zu Maria Ruh
Ein Denkmal gibt es hier, gewidmet den Vätern des „Loreleyliedes“, Clemens Brentano, Friedrich Silcher und Heinrich Heine.
Und warum heisst der Ort so?
„Wahrscheinlich leitet sich die Bezeichnung Maria Ruh von der ruhigen Seite des Rheines ab. Gerade an diesem sehr gefährlichen Rheinkilometer, an dem zudem auf dem gegenüberliegenden Felsen die Gefahr in Gestalt der verführerischen Loreley lauerte, war (und ist) der beschützende Einfluss der heiligen Maria, der Schutzpatronin der Schiffer, enorm wichtig. Der Aussichtspunkt ist demnach Ausdruck dieser spannenden Polarität zwischen den beiden Frauenfiguren, die zum einen das bedrohliche Ufer (Loreley), zum anderen das ruhige Ufer (Maria Ruh), symbolisieren.“ (Quelle: romantischer-rhein.de)

Über schmale Pfade geht es nun zum tiefsten Punkt dieser Traumschleife Mittelrhein. Nur noch etwa 150 Meter über NN befinden wir uns, im weiteren Verlauf queren wir den kleinen Seelenbach, gehen an Wiesen entlang. Auf dem Panoramaweg St. Goar wandern wir ein Stück, lesen auf Tafeln Interessantes zur Loreley und zum Ort St. Goar, genießen die Aussicht auf den Ort selbst und die stolze Burg Rheinfels, auf der anderen Rheinseite erblicken wir die Burg Maus. Nach diesem Genuss geht es serpentinenartig hinab – und warum? Natürlich damit es kurz danach wieder hinauf geht!

Treppen!

Genau. Über Treppen geht es über 300 Meter hinauf zum St. Goarer Ortsteil Biebernheim. Es ist nicht steil, man überwindet laut komoot nur etwa 25 Höhenmeter. Wir hätten gedacht, das sind mehr Höhenmeter…

Es folgt, was wir schon auf dem Traumschleifchen „Spitzer Stein“ erleben durften – wir wandern durch Biebernheim hindurch, auf Wiesen entlang und durch Wälder hindurch, vorbei am Quetsche-Hannes, einer Sinnesbank und der Thiergartenhütte, bis wir zurück sind am Aussichtturm „Spitzer Stein“.

Fazit

Hinter uns liegt eine wundervolle, mit Highlights bestückte, klasse geführte Traumschleife Mittelrhein. Aussichten zum Sattsehen, abwechslungsreiche Wege, sie wird in der allerhöchsten Liga der zertifizierten Traumschleifen mitspielen können.
Sicherlich wirst du dich fragen, ob das denn immer nötig sein muss. Unsere Antwort: Nein, nicht immer, aber wenn ich die Möglichkeit habe, diese Schönheiten den Wanderfreunden zu zeigen, dann sollte ich dies auch tun. Wir finden sie großartig, ein Besuch loht auf jeden Fall.

Anitas Flora-Galerie
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