Wandertrilogie Allgäu – Unterwegs auf der Wiesengänger Route Teil 1

Etappe 2 - Kaufbeuren - Bad Wörrishofen

Die Nacht im Kloster Irsee war ruhig, gut erholt starteten wir nach dem guten Frühstück zu unserer ersten Berührung mit der Wandertrilogie, im Speziellen mit der Wiesengängerroute.

Die Wandertrilogie
Wandern auf der Wiesengänger Route der Wandertrilogie Allgäu. Wir erkunden die Etappe 2 und Bad Wörishofen, das mit Herrn Sebastian Kneipp punktet. Warum? Das erfahrt ihr in diesem Bericht.

… besteht aus einem Wanderwegenetz mit Wanderwegen für verschiedene Ansprüche.
Es gibt die Wiesengänger Route, diese Wege sind leichte, mit wenigen Höhenmetern und ohne technische Schwierigkeiten. Die Längen der Etappen können aufgrund der wenigen Steigungen 20 Kilometer betragen. Manchmal wanderst du hier auch auf Asphalt.
Die Wasserläufer Route hat kürzere Etappen als die Wiesengänger Route. Es werden dafür mehr Höhenmeter erwandert, technische Schwierigkeiten wirst du aber nicht bekommen. Im Gegensatz zu den Wiesengängern läufst du hier mehr auf naturnahen Pfaden.
Bei der Himmelstürmer Route ist es nun schon fast selbst erklärend, was dich erwartet: es geht hinauf. Die Etappen sind kürzer, dafür sind viele Höhenmeter zu erwandern.

In unserer ausführlichen Übersicht lest ihr noch viel mehr über die Besonderheiten der Wandertrilogie.

Die Wiesengänger Route Etappe 2 Kaufbeuren – Bad Wörishofen

Wir starten mit der Wanderung am Kloster Irsee, da wir hier übernachteten.
Ehrlich gesagt starteten wir in Baisweil, da unser Programm an dem (und dem folgenden) Tag sehr straff gestrickt war.
Ich mag das – ausruhen kann ich wann anders 🙂

Lagebesprechung

Unser Weg führt erst mal über Wiesen. Ja, genau, Wiesen, wie erwartet auf der Wiesengänger Route.

Die Etappe 2 ist im Land der Glückswege und verläuft eigentlich von Kaufbeuren bis Bad Wörishofen, ist 23,7 km lang, hat 207 m Anstieg und 266 m Abstieg.
Wir starteten wie gesagt bei Baisweil und gingen erstmal in Richtung Großried.

Wir laufen auf einem Schotterweg relativ eben daher und genießen die Luft. Das Wetter ist an diesem Tag Ende Mai nicht so ganz schön, aber zum Wandern ist es genau richtig. Eigentlich habe ich bisher noch kein Wetter erlebt, das unpassend für dieses Hobby war. Es sei denn, ich war falsch gekleidet.

Aber das passiert in der letzten Zeit nicht mehr.

Nun denn, zurück zu den Wiesengängern. Diese zweite Etappe wird bestimmt von weiten Blicken über Wiesen und Wälder. Auf den Wiesen sehen wir zum Teil alte Scheunen und viele Kühe.

Nach ein paar Kilometern müssen wir ca. 500m auf der Landstraße laufen. Macht nix, ist eh wenig Verkehr, aber wir fragen Christa Fredlmeier, warum das so ist. Sie antwortet darauf, dass die Wandertrilogie nur bestehende Wanderwege für sich genutzt hat. Es wurden keine neuen Wege geschaffen – es gibt sie ja schon.
Auch die Zeichen (das Steinmännchen) durften sich auf den schon bestehenden Schildern integrieren.

Das Steinmännchen fügt sich gut ein. Grün für Wiesengänger, wie bereits gelernt. Hier auf einem Schild mit dem Schwäbisch-Allgäuer Weitwanderweg

Nach der kurzen Straßen-Passage wandern wir auf breiteren Waldwegen weiter Richtung Großried. Wir erreichen nach nicht allzu langer Zeit und mit wenig Anstrengung diesen Ort, steifen ihn nur kurz. Am Ortsrand sehen wir diese schöne kleine Kapelle. Sie passt so wunderbar in diese Gegend… hach. Schaut mal:

Ist das nicht toll? Wir haben die Heilig Kreuz Kapelle kurz besucht, aber sie war geschlossen.

Unser Weg führt weiter. Es wird ein wenig waldreicher. Unser Weg führt an ihm entlang, durch ihn hindurch.
Was mir auffällt: es entstehen die schönsten Gespräche auf diesem Weg. Du bist nicht mit dir beschäftigt, da es nicht anstrengend ist.

Ich habe Zeit, mir die Natur genau anzuschauen. Es gibt unwahrscheinlich große und hohe Bäume, der Wald, an dem wir entlang laufen ist ein Mischwald. Zum größten Teil naturbelassen. Die Vögel zwitschern laut und es hallt durch den Wald.
Aber auch große Wiesen mit tollen Blüten sehen wir. Die Kühe, die auf ihnen irgendwann weiden dürfen, sind zu beneiden…

Informationstafeln erklären dir das Allgäu

An der Waldmühle biegen wir rechts ab und treffen auf den Wörthbach. Hier sehen wir auch zum ersten Mal etwas, das uns an diesem Tag in Bad Wörishofen noch oft begegnen wird: der Name Sebastian Kneipp.

Im Natur-Wassertretbecken, welches sich im Wörthbach befindet, kannst du deine heißen Füße abkühlen. Meine waren jetzt noch nicht heiß gelaufen, deswegen blieben meine Schuhe an. Die musste ich später eh noch ausziehen……..

Im Natur-Tretbecken

Auf dem ebenfalls an diesem Ort befindlichen Rastplatz gab es auch eine der Wandertrilogie-Bänke. In diesem Fall eine Kommunikationsbank – und wahrlich, auf dieser kannst du dich gut unterhalten. Du betrachtest deinen Gesprächspartner, schaust ihm ins Gesicht. Die Entfernung zum Partner ist aber groß genug, um nicht in Bedrängnis zu geraten. Die Basis für ein gutes Gespräch! Diese Bank trägt ihren Namen zu Recht.

Am Wassertretbecken des Wörthbach kannst du auch rasten. Unter anderem auf dem Trilogie-Mobiliar: Kommunikationsbank. Mit freundlicher Genehmigung © Jörg Thamer

Nun war es nicht mehr weit bis zum Ortseingang Bad Wörishofen. Uns begegneten bis dahin noch ein paar interessante Info-Tafeln. Themen auf ihnen: Ort der Geräusche, Ort der Viehzucht, Trinken, Leistungsfähigkeit – du erfährst nicht nur Interessantes zur Gegend, nein auch die Gesundheit ist Thema. Und das hat einen guten Grund.

Informationstafel am Wassertretbecken

Wir erreichen die Ortseingangsstele der Wandertrilogie / Wiesengänger Route Bad Wörishofen.

Die Trilogie-Nadeln am Eichenhain / Ortseingang Bad Wörishofen
Ortseingangsstele Bad Wörishofen – Wandertrilogie Wiesengänger Route

Wie nicht anders zu erwarten, es ziert Sebastian Kneipp die Eingangs-Stele. Warum das?

Sebastian Kneipp …

… hat mehr als 40 Jahre seines Lebens in Bad Wörishofen gelebt und gewirkt. Von 1855 bis zu seinem Tod 1897 versucht er mit Hilfe des Wassers und seiner Heilwirkung, der Ernährung, den Pflanzen und mittels Bewegung Menschen zu heilen, aber auch prophylaktisch zu wirken. Das 5. Element, das für Kneipp bei der Gesundheit des Menschen eine große Rolle spielt ist die innere Ordnung. Er erkannte, dass Geist und Körper im Einklang sein müssen.
Kneipp wird damit so populär, dass er in ganz Europa Vorträge hält. Auch schreibt er viele Bücher. Da er die meisten seiner Studien in Bad Wörishofen durchführte und hier später auch Pfarrer war, darf sich diese Stadt mit Recht Kneippkurort nennen. Rund um 1890 entstehen viele neue Bauten, unter anderem das Sebastianeum, die Kneippsche Kinderheilstätte und das Kneippianum. Noch heute gibt es diese Gebäude.
Die Stadt wuchs beträchtlich, als Kneipp hier seine Wirkungszeit hat. Seit 1890 darf sie sich Kurort nennen. 1894 entsteht der schöne Kurpark, 1897 stirbt Sebastian Kneipp in Bad Wörishofen.

Sebastian Kneipp Statue in Bad Wörishofen – eine stolze Stadt zeigt seinen bekanntesten Einwohner

Vater-Kneipp-Brunnen im Kurpark, dankbare Kurgäste ließen ihn 1897 errichten
Trilogie-Nadeln und Kommunikationsbänke im Kurpark Bad Wörishofen

Wir schlendern ein wenig durch Bad Wörishofen. Wir streifen das Kloster der Dominikanerinnen (heute die KurOase im Kloster) und sahen viele Sanitätshäuser, Heilpraktiker-Praxen, Ärzte, Restaurants und Gesundheitsläden. Alles auf die Kurgäste ausgelegt. Und die scheinen sich hier wohl zu fühlen – wir sahen viele von ihnen.

Copyright: Kneipp-Original Bad Wörishofen

Alles hier ist „kneippisch“ und auf Kurgäste ausgelegt: es gibt den Kneipp-Waldweg, den Kneipp-Radweg, die Kneipp-Anlagen im Kurpark, das Kneipp-Museum, etliche Orte, an denen Kneipp-Güsse oder Anwendungen gemacht werden können.

Die Barfuß-Erfahrung mit dem Barfuß-Indianer

Ja, wir durften im Anschluss an unsere Wanderung, die wahrlich nicht anstrengend war, noch ca 1,5 Kilometer barfuß durch den Kurpark laufen. Unter fachlich fantastischer Betreuung von Barfuß-Indianer Toni Fenkl gingen wir durch die verschiedenen interessanten Barfuß-Bereiche. Zugegeben hat es mir an manchen Stellen keine Freude bereitet… Zu sehr taten mir vor allem der Split und die kleinen Kugeln im Labyrinth weh. Ich kapitulierte und ging fortan vorrangig auf Rasen. Sehr angenehm. Toll war auch der Schlamm 😀 Weich und warm – gewöhnungsbedürftig, aber tat nicht weh.

Weiter geht es – barfuß.

Nach dieser Erfahrung waren wir zu Gast im Kneippianum. Das 4 Sterne Kneipp- und Gesundheitsresort bietet nicht nur Anwendungen – nein, wir durften uns hier auch kulinarisch von Herrn Kneipp versorgen lassen. Ein Kneipp-Cocktail und eine Kneipp-Torte, so etwas gibt es hier.

Kneipp-Torte
Der Kneipp-Cocktail (alkoholfrei) war sehr lecker.

Gut, es gab natürlich noch eine Kostprobe der Anwendungen. Kneipp-Güsse! Als ob wir durch den Barfußweg noch nicht genug Durchblutung hätten 😀

Das war frisch!

Nachdem wir einige der Anwendungen am eigenen Leib spüren durften, gingen wir zu unserem Hotel für diese Nacht, das Hotel-Villa Hofmann.
Über dieses lest ihr im nächsten Bericht etwas.

Danach schreibe ich etwas zur 3. Etappe der Wiesengänger Route. Diese war verbunden mit einem Besuch der Mühle Katzbrui und der Erich-Schickling-Stiftung. Auch wird es dann einen tollen Wanderführer zu gewinnen geben!

Stay tuned….

Weitere Informationen zum heutigen Bericht findet ihr hier:

Bad Wörishofen – Kneipp und Thermal im Allgäu

Wandertrilogie Allgäu

Der Barfuß-Indianer Toni Fenkl, er geht auch mit dir barfuß durch den Kurpark!

Das Kneippianum in Bad Wörishofen – Deutschlands führendes Kneipp- und Naturheilzentrum

Berichte zu dieser Etappe bei meinen Begleitern an diesen Tagen:

Jörg von Outdoorsüchtig.de: Beglückend – auf der Wiesengänger Route von Irsee nach Bad Wörishofen

Gabi von toureal.de: Vom Wiesengänger zu Kneipp

Petra von passengeronearth.com: Wiesengänger Etappe 02 der Wandertrilogie Allgäu: Kloster Irsee, Kneipp, Blüten

Noch ein paar Eindrücke von der Etappe 2 der Wiesengängerroute:

Die Wandertrilogie Allgäu besuchte ich (Claudia) im Rahmen einer Pressereise in Zusammenarbeit mit der Allgäu GmbH.
Ich bedanke mich herzlich für die Einladung.
Unsere Meinungsbildung erfolgt grundsätzlich frei von Einflüssen.

 

1 Kommentar

  1. Liebe Claudia
    das ist ein schöner Beitrag geworden! Schön deine Sicht zu lesen & dein Blick auf die Welt mitzuerleben. 😍
    Mein Lieblingsfoto: das Barfuß-Halb-Nackte-Beine-Foto, denn dieser Anblick ist mir tatsächlich entgangen.
    Ich bin gespannt auf deinen nächsten Beitrag.

    Sonnige Grüße
    Petra

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