Pilgern auf dem Harzer Klosterwanderweg – Das Kloster Drübeck

Die Reise geht mittags an Muttertag im Hunsrück los – der Weg führt in den Harz, nach Drübeck. Dort warten zwei ereignisreiche Tage auf mich. Es wird von Drübeck nach Ilsenburg und von dort über den Harzer Klosterwanderweg über Abbenrode nach Wöltingerode gehen.
In diesem Bericht bringe ich euch das Kloster Drübeck ein wenig näher, in der ich mit zwei weiteren Teilnehmerinnen der Pressereise der Touristinformation Ilsenburg die erste Nacht verbringe.

Ankunft in Drübeck

Nach einer ca. 5-stündigen regen- und gewitterreichen Fahrt werde ich freundlich von Alica Zahn, einer Mitarbeiterin des Klosters empfangen. Sie holt mich vom Parkplatz ab und es geht ins Innere der Klosteranlage. Sehr gepflegte Wege führen hinein.

Einer der ersten Blicke an diesem Abend. Toll oder?

Wir begeben uns vorbei an der Klosterkirche St.Vitus in das Eva-Hessler-Haus, in dem sich Gästezimmer und der Speiseraum befinden. Es gibt trotz meiner etwas späteren Ankunft noch etwas zu essen.

Bevor ich aber etwas zu mir nehme, begebe ich mich in mein kleines Zimmer. Spartanisch die Ausstattung, aber freundlich und hell. Es steht ein Einzelbett mit Nachtschrank im Zimmer, ein Schreibtisch mit Stuhl, eine Kofferablage und ein kleiner runder Tisch mit Sessel. Zwei große Fenster zieren fast die komplette Breite des Zimmers. Ein kleines Bad mit Dusche und WC befindet sich ebenfalls im Zimmer.

Ein Schreibtisch für die Arbeits- oder Schreibwütigen. Ich habe ihn nicht genutzt, auch wenn es so aussieht.

Der erste Eindruck war positiv. Klein, aber sauber und ordentlich, so mutet  das Zimmer an. Weder Fernseher noch Radio finde ich darin vor, aber das stört mich gar nicht an diesem Tag. Bei Bedarf kannst du allerdings einen Fernseher bekommen, gegen ein geringes Entgelt.

Das Bett und die großen Fenster
Das Bad. Ausreichend…
Das Abendessen

Ein kleines, aber liebevolles Buffet mit verschiedenen Brotsorten, Wurst, Käse, Gemüse und kalten und warmen Getränken sehe ich . Vor allem der Käse begeistert uns. Sehr schmackhaft – und: es wird auf Kräuter aus zum großen Teil eigenem Anbau und auf regionale Produkte gesetzt. Das gefällt mir natürlich sehr. Wir lernen uns ein wenig kennen, meine zwei Mitstreiterinnen sind Eva vom Blog http://www.burgdame.de und Dorothea von einem Lokal-Radio in Braunschweig.

Das Kloster

Nach dem Essen begeben wir uns mit Frau Zahn auf einen Rundgang durch das Kloster.

Ein wenig Geschichte: Es wurde 960 als Benediktinerinnen-Kloster gegründet. Während der Reformationszeit wurden die Nonnen vertrieben, das war im 16. Jahrhundert, ebenso zerstört ein Brand 1599 Etliches, im 30-jährigen Krieg verliert das Kloster gar seine Eigenständigkeit.
Der Graf Christian-Ernst zu Stolberg-Wernigerode errichtet hier 1720-1732 ein Damenstift. 1946 wird es ein Erholungsheim. Seit 1996 schließlich ist das Kloster Drübeck ein Tagungszentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland mit dem Pastoralkolleg, dem Pädagogischen-Theologischen Institut, dem Haus der Stille, dem Medienzentrum und der Tagungs- und Begegnungsstätte. Es hat also gut zu tun. Das Gelände spiegelt auch genau das wieder. Hier sind ganz unterschiedliche Dinge möglich – und das schauten wir uns nun mit Frau Zahn an.

Der Kräutergarten des Kloster Drübeck

Als erstes gehen wir vom Eva-Hessler-Haus durch den Kräutergarten. Schön angelegt, schon viele Kräuter waren gewachsen. Da kann sich unser Garten hier mal ein Scheibchen abschneiden 😉
Wir gelangen zu den Gärten der Stiftsdamen. In einem jeden befindet sich ein kleines Gartenhäuschen, alle Gärten waren gleich groß. Jeder Garten wird von einer kleinen Mauer umschlossen.

Blick zur Klosterkirche aus einem der Gärten der Stiftsdamen.

Wir schlendern weiter bei wunderbarem Abendlicht. Die Stimmung ist schon jetzt eine richtig schöne, unsere kleine Gruppe ergänzt sich. Jeder hat mal eine Frage, alle sind sehr interessiert an Geschichte und jetziger Nutzung. Es stört auch niemanden, dass ich ab und zu zurück bleibe, um Fotos zu machen. Viel zu schön ist es hier.

Das Klostercafé

Wir gelangen zum Gärtnerhaus. Hier ist das Kloster-Café, der Klosterladen und eine Weinstube untergebracht. Dahinter befindet sich ein schöner Spielplatz – und wir treffen zum ersten Mal auf eine der Engelsbänke. Sie ist das Wahrzeichen des Harzer Klosterwanderweges. 15 Stück von diesen, versehen mit verschiedene Sprüchen und Informationen zum Standort findest du auf dem Pilgerweg. Dazu kannst du im nächsten Bericht noch mehr lesen, da schreibe ich über die Etappe Ilsenburg nach Wöltingerode.

Die erste Engelsbank, die wir sehen. Da hinten steht sie.

Dahinter befindet sich übrigens noch eine tolle Wiese, auf der oft Schafe zu finden sind. Ein Bach fließt hindurch, einen Irrgarten gibt es – sehr idyllisch.

Auf unserem weiteren Weg begeben wir uns in den Garten der Äbtissin. Sehr beeindruckend ist das Wegekreuz unter den rund 400-jährigen Eiben. Die Frage, wie hier früher gelebt wurde ist mir in solchen Momenten immer im Kopf. Was spielte sich in diesen Gärten und alten Mauern früher ab? Was wurden hier für wichtige Gespräche geführt, wie wurde an Gott gedacht, wie war das Leben in einem Kloster?

Rund 400 Jahre alte Eiben. Darunter ein Wegekreuz. Dahinter ein Sitzplatz. Das ursprüngliche Gartenhäuschen der Äbtissin wurde nicht wieder errichtet.

Es ist ein wunderbarer Ort, an dem wir uns hier befinden. Wir alle merken bei unserem Rundgang eine dermaßen große Entspannung, vielleicht liegt es auch an der unaufgeregten und lieben Art der Frau Zahn – wir fühlen uns hier richtig wohl.

Es gibt noch viele weitere schöne Bereiche des Äbtissinnengartens, aber ihr sollt euch das ja selbst mal betrachten, wenn ihr dort seid, denn meine Worte reichen dafür eh nicht aus.

Vorbei am Stall, in dem sich Gästezimmer befinden, gehen wir weiter zur neu errichteten Rezeption. In der Alten Mühle wurde neu gebaut – und eine tolle Rezeption ist dabei herausgekommen. Es roch alles noch gaaaaanz frisch.

Die neue Rezeption

Beeindruckend ist der Umbau der Scheunen zu wunderbaren Tagungssälen. Hier wurde großartig Altes mit der Moderne verknüpft. Alte Balken in der Front wurden stehen gelassen und dahinter der eigentliche „Einbau“ der mit allen technischem Schnick-Schnack ausgestatteten Tagungs-Säle. Schön gemacht.

Alt und Neu verbunden in der Großen Scheune.
Na, wer möchte da nicht mal tagen oder feiern?

Von hier gelangen wir zu einem weiteren sehr imposanten Bereich: dem Klosterhof. Und auf diesem befindet sich die fast 300 Jahre alte Linde. Wir halten uns hier ein wenig länger auf, denn die Naturwissenschaftlerin unter uns muss es genauer wissen. Wie kann ein Baum so groß sein? Sind es gar mehrere?

Nur als Panorama aufs Bild zu bekommen – die große 300-jährige Linde im Klosterhof

Wie klein ich bin…..

Im oberen Bild mit der Linde befindet sich im Hintergrund das Äbtissinnenhaus, in das wir auch mal einen Blick werfen. Wir sehen Relikte aus alten Tagen, den wichtigen Äbtissinnenstab, ein Altartuch, das vor zu viel Licht geschützt werden muss und deswegen nur im Schatten leben darf, diverse alte Bekleidungsstücke, Schränke, Bücher und Bilder…

Ich habe mich früher nicht wirklich für Geschichte interessiert, meine Geschichtslehrerinnen mögen es mir verzeihen – heute würde ich gern viel mehr über die Geschichte erfahren. Es ist unwahrscheinlich spannend über das Leben damals etwas zu lesen oder zu hören. ..
Während dieser Gedanken sind wir aber auch schon auf dem Weg in die Kirche.
Und hier zeigt sich mal wieder: Kirchen haben etwas ganz Besonderes.

Diese hier ist recht schlicht. Über die einzelnen Merkmale dieser Klosterkirche St.Vitus könnt ihr auf der Seite des Klosters Drübeck nachlesen. Ich fand zwei Dinge auffallend:

Der Große Christus

Eine große Holzskulptur von Franz Gutmann, einem zeitgenössischen schwäbischen Bildhauer musst du dir erstmal etwas genauer betrachten. Füße, Beine, Körper, Kopf mit Dornenkranz. Keine Arme, kein Gesicht. Ok. Warum nicht.
Mache dir deine eigenen Gedanken über diese Skulptur und über die Geschichte, mögen der Erbauer und die Befürworter, ihn dort zu plazieren, denken. Hab ich mir gemacht. Mache ich gern. Alles vorgegeben zu bekommen ist eh zu einfach.
Lass das Bild mal auf dich wirken:

Erstmal wirkte er auf mich etwas befremdlich, aber bei längerem Betrachten finde ich das sehr gelungen.
Der Dornbuschleuchter

Neben dem Großen Jesus steht dieser Dornbuschleuchter. Es brennt hier immer eine Kerze, der Dornbusch wurde von dem Hallenser Künstler Friedemann Knappe 1998 entworfen. Angelehnt an die Geschichte der Bibel, als Mose den brennenden Dornbusch in der Wüste vorfindet – und dieser verbrennt einfach nicht…

Der brennende Dornenbusch im Westapsis

Nach einiger Zeit gehen wir wieder aus der Klosterkirche St.Vitus und begeben uns zurück ins Eva-Hessler-Haus. Frau Zahn verabschiedet sich von uns und wir setzen uns – noch immer reichlich angetan von der Führung – in eine der gemütlichen Sitzecken und genießen ein Bierchen. Endlich mal wieder das gute Hasseröder!

Schlafen

Irgendwann gehts  in die Falle, vorher besuche ich noch die Dusche. Die Nacht ist ruhig, der Morgen weniger denn es ist Montag und es werden Waren angeliefert für die Küche. Muss sein. Klar. Ich hätte allerdings gern noch weiter geschlafen. War insofern nicht schlimm, da wir uns eh für 7:30 Uhr zum Frühstück verabredet hatten.

Das Frühstück

… war super! Ich lasse einfach mal ein paar Fotos sprechen:

Köstlich!

Nach dem Frühstück werden wir von Angelika Lucht, Leiterin der Tourist-Information Ilsenburg abgeholt, um einen tollen Pilger-Tag auf dem Harzer Klosterwanderweg mit dem Pfarrer-Ehepaar i.R. Lundbeck zu starten. Diese haben tatsächlich einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen.
Davon lest ihr dann im Teil 2, bevor ihr in Teil 3 vom Kloster Wöltingerode lest, das wir als Etappenziel an diesem Tag hatten.

Fazit:

Ein sehr interessanter Ort, dieses Kloster Drübeck. Nehmt euch die Zeit und schaut euch dort um. Nehmt an einer Führung teil und erfahrt super Spannendes aus den vergangenen Jahrhunderten.
Abendbrot und Frühstück waren lecker und ausreichend. Dass Kräuter aus dem Garten und regionale Produkte eingesetzt werden, sollte klar sein, ist für mich aber trotzdem erwähnenswert.
Mein Zimmer war sauber und funktional. Alles da, was du brauchst. Es gibt auch Zimmer mit Fernseher, übrigens 😉
Erwähnenswert ist noch, dass das Kloster die Stufe 2 der Initiative der ServiceQualität Deutschland erreicht hat und dass es hier ein Umweltmanagement gibt, „Grüner Hahn“ genannt. Dieser ist das kirchliche Umweltsiegel und auch damit darf sich das Kloster schmücken. Darüber wusste Frau Zahn sehr viel zu berichten, denn sie war für dieses federführend.

Es war ein kurzer, aber mit bleibendem Eindruck versehener Besuch des Kloster Drübeck. Schaut es euch an!

Kirchliches Umweltmanagement „Der Grüne Hahn“

In den Gärten wird naturnah gearbeitet – im Einklang mit der Natur. Die Initiative gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V. zeichnet solche Gärten aus.
Wenn ein Garten oder eine Gartenanlage dieses Zeichen trägt, erkennst du, dass hier nachhaltig gewirtschaftet und naturnah gestaltet wird. „Gesund halten, was uns gesund hält“.

Weiterführende Links:

Kloster Drübeck

TouristInformation Ilsenburg

Harzer Klosterwanderweg

Der Grüne Hahn – Management für eine Kirche mit Zukunft

gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V.

Der Image-Film des Klosters:

 

Das Kloster Drübeck besuchte ich im Rahmen einer Pressereise zum Harzer Klosterwanderweg in Zusammenarbeit mit der TouristInformation Ilsenburg. Ich bedanke mich herzlich für die Einladung.
Unsere Meinungsbildung erfolgt allerdings grundsätzlich frei von Einflüssen.

Weitere Berichte zur Pressereise auf dem Harzer Klosterwanderweg:

Wanderung auf dem Harzer Klosterwanderweg Ilsenburg – Kloster Wöltingerode Teil 1

Wanderung auf dem Harzer Klosterwanderweg Ilsenburg – Kloster Wöltingerode Teil 2

Das Kloster Wöltingerode

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