Winterwunderland Hunsrück – Die Traumschleife Börfinker Ochsentour

Unterwegs mit Bianca von lebedraussen – und an diesem wunderbar winterlichen Tag waren wir mit einer Wanderung einfach nicht zufrieden.

Die erste, die Traumschleife “Gipfelrauschen” hatten wir schon genossen. Auf dem Parkplatz am Hunsrückhaus schauten wir uns an und entschieden uns einstimmig, noch eine weitere dieser wunderschönen Touren zu gehen. Bianca schlug die nicht weit entfernte Traumschleife Börfinker Ochsentour – vor und so geschah es.

komoot mit gpx-Download

[www.komoot.de/tour/Traumschleife_Börfinker_Ochsentour/26755853]

Anfahrt

Wir saßen kurze Zeit später im Auto, fuhren die knapp 7 Kilometer und fanden uns am Forellenhof bei Börfink wieder. Parkplätze gab es an diesem Tag ausreichend, da hier in der Hauptsaison auch ein Restaurant geöffnet hat, bleibt zu erahnen, dass es auch mal voll werden kann.

Start der Wanderung

Wir mummelten uns ein und los ging es zur zweiten Traumschleife an diesem Tag. Wir gingen durch das hölzerne Portal und genossen, wieder in Bewegung zu sein. Es geht ein wenig bergauf in einen hohen Wald.

Langsam wurden wir wieder warm. Die Bewegung tut gut. Wir gehen oft hintereinander, da die Pfade das Nebeneinanderlaufen nicht zulassen. Aber es stört uns nicht. Wir unterhalten uns trotzdem, da hätte uns der schmalste Weg nicht abgehalten.

Die Börfinker Ochsentour glänzt durch diese bezaubernde unberührte Natur. Ein kleines Highlight ist die Überquerung des Hengstbachs über große Trittsteine. Jetzt mit dem Schnee sah alles so verzaubert aus. So verweilten wir auch einige Zeit vor dem Bach, als ob wir uns nicht trauten, in diese Schönheit einzutreten.

Am anderen Ufer stand eine Bank – vermutlich ist es hier in den wärmeren Jahreszeiten so wunderschön…

Endlich schickten wir uns aber doch an, über die Steine zu gehen, um das andere Ufer zu erreichen.

Bianca geht voran und überquert den Hengstbach.

Die ersten Wiesen

Wir gelangen nach der Passage des Baches eine große Wiese. Von hier hatten wir schöne Weitblicke auf den Hunsrück. Wir sehen die Fischteiche des Forellenhofes – wo übrigens im Sommer das Angeln mit Tagespässen erlaubt ist. Ein Stückchen weiter oben auf der Wiese steht eine Bankgruppe, auf der es sich gewiss vorzüglich rasten lässt, wenn es wärmer ist.

Rastmöglichkeit mit Blick auf das Hengstbachtal
Der Ochsenbruch

Wir wandern staunend über die Wiesen, queren die L165, gehen durch einen Buchenwald, der durch den Schnee ebenfalls wie verwunschen ist und gelangen nach etwa 3 Kilometern zum Ochsenbruch.

Dies ist ein typischer Hunsrückbruch, so werden die Moore hier genannt. Seinen Namen hat die Traumschleife Börfinker Ochsentour von diesem Moor.

Solche Moore dürfen nicht betreten werden, da hier zahlreiche geschützte Pflanzen und seltene Tierarten ihre letzten Rückzugsorte finden. Um dem Wanderer trotzdem ein Stück dieser schützenswerten Natur zu zeigen, führen Stege durch das Moor. Bei Schnee sind diese mit Vorsicht zu gehen, da du nicht siehst, wo die Bohlenzwischenräume sind. Wir genießen dieses Stück sehr, schauen weit in den Hunsrück. Da es schneebedeckt ist, sehen wir von Gras oder anderen flachen Pflanzen nichts – ein Grund, hierhin im Frühling zurückzukehren. Da hat wohl auch Anita ihre Freude :-)

Raststelle am Ochsenbruch
Stege, die durch das Moor führen
Weitsicht vom Ochsenbruch aus
Der Traunbach mit Überraschung

Das Wasser, das wir an diesem Tag in den Bächen ringsherum sehen ist so klar, keine Verunreinigungen sind zu entdecken. Aber wir entdecken auch Unerwartetes. Zum Beispiel an der Hirschtränke, die wir nach etwa 5 Kilometern erreichen. Hier hören wir vom Weg einen Traunbach-Zufluss plätschern – doch beim Blick hinunter entdecken wir noch etwas anderes: eine Tränke. Nicht etwa für Tiere, nein für Menschen. Die Ortsgemeinde Börfink hat hier einen Rastplatz der besonderen Art geschaffen. Du kannst hier (selbstredend gegen Bezahlung auf Vertrauensbasis) ein gut gekühltes Getränk erwerben. Die Kühlung ist eine Natürliche. schaut mal:

Die gut gekühlten Getränke an der Hirschtränke

Wir finden die Idee prima und wünschen der Ortsgemeinde, dass alle ehrlich damit umgehen…

Aber auch das Bächlein an sich hatte es uns angetan. Mit leichtem Gefälle kommt er aus dem Moor und er lässt sich wunderbar ablichten.

Langzeitbelichtung des Baches.
Das Verlaufen …

… schafften wir! Geblendet von dieser Entdeckung liefen wir kurze Zeit später echt falsch und merkten es noch nicht einmal gleich. Wir sind einfach irgendwo abgebogen – warum wissen wir beide nicht mehr. Entweder wir waren mal wieder so ins Gespräch vertieft, dass wir es nicht sahen oder ein Schild war tatsächlich zugeschneit. Wir haben an diesem Tag einige Schilder von der Schneelast befreit…

Als wir endlich merkten, dass auf diesem unseren Weg etwas nicht stimmt, waren wir etwa 500 Meter vom eigentlichen Weg weg. Bianca zückte das Smartphone und wir liefen einen anderen Weg und schließlich die K49 entlang, um wieder auf unsere Traumschleife zu stoßen.

Der Nato-Bunker Erwin

Wir kamen am Wanderparkplatz in der Nähe des Bunkers Erwin an, wo ein weiterer Einstieg in die Tour möglich ist. Diesem Bunker Erwin sind wir (Anita und ich) schon einmal begegnet. Während der Veranstaltungen zur Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald 2015 konnte dieser nämlich besichtigt werden. Leider haben wir damals zu spät unser Interesse bekundet, sodass wir nicht mehr in den Genuss einer Führung kamen. Sehr schade… Der ist gewiss genauso interessant wie unser Goßberg um die Ecke.

Mittlerweile ist hier ein Hochsicherheitsrechenzentrum untergebracht. Auch nicht uninteressant, so etwas mal zu sehen :-D

Heilquelle Gure Bure

Der Weg der Traumschleife brachte uns nun zu einer Heilquelle. Diese soll wohl so heilend gewesen sein. Laut einer Überlieferung hat ein blinder Schäfer sein Augenlicht zurück erlangt, nachdem er sich das Wasser in die Augen träufelte. Auch Hautkrankheiten soll das Wasser geheilt haben. Wir bewunderten den “Guten Born”, wie “Gure Bure” ins Hochdeutsche übersetzt heißt. Born heißt dabei Brunnen. Neudeutsch heißt es also “Guter Brunnen”.

Zurück zum Anfang

Die Traumschleife Börfinker Ochsentour verläuft nun am Traunbach entlang, wo abermals wunderschöne Rastplätze liegen und tolle Eindrücke auf uns zukommen.

Kleine Eiszapfen an einem Ast über dem Traunbach

Nach etwa 9,5 km kreuzen wir wiederholt die L165 und sind schließlich wieder an den Fischteichen des Forellenhofes. Im Frühjahr soll hier der Fischadler zu beobachten sein… wenn das Anita liest :-o

Fazit

Eine sehr abwechslungsreiche Tour durch den Hunsrück-Hochwald mit vielfältigen natürlichen Sehenswürdigkeiten. Knapp 10 Kilometer lang kann sie auch an einem Nachmittag gegangen werden. Wir hatten viel Freude :-)

Tja, da war es Tage vorher etwas wärmer, da sind direkt die Insekten erwacht :-o
Bewertung Traumschleife Börfinker Ochsentour

Schwierigkeit: Höhenmeter 210 m Anstieg, nicht sehr anstrengend
Wetterabhängigkeit: durch die Stege im Moor vermutlich bei Glatteis schwer begehbar, ansonsten mit Vorsicht und guten Schuhen machbar
Kindertauglichkeit: sehr abwechslungsreich und nicht zu lang, von daher für Kinder mit Grundfitness geeignet
welche Fitness ist nötig: nicht sehr anstrengend. sicherer Tritt wichtig, da unwegsames Gelände teilweise
Zeitintensität: 2:09 Stunden ohne Pausen
Einkehrmöglichkeiten: Forellenhof Trauntal, Landgasthof Alte Mühle

Weitere Informationen

Traumschleife Börfinker Ochsentour auf den Seiten des Saar-Hunsrück-Steig

 

8 Kommentare

  1. Hach, vielen lieben Dank, liebe Claudia, für das virtuelle Mitnehmen auf diese wunderschöne Traumschleife, die mich schon im Sommer so begeistert hat. Wunderbar ruhig und entspannend, fand ich. Danke für die tollen Bilder, es ist einfach faszinierend, wie sich eine Landschaft so tief verschneit verändert. ????
    Ganz liebe Grüße
    Cora

  2. Hallo liebe Claudia,
    hach, herrlich! Ich sehe mich mit Dir glatt wieder in diesem verschneiten Wald und im Moor und am Wasser wandern. Dein Beitrag ist wirklich ganz großartig geworden – danke für diese tolle Erinnerung! :) <3
    Liebe Grüße,
    Bianca

  3. Ihr Lieben,

    wie immer eine wunderbare “Story” die Ihr geschrieben habt. Vielen Dank. Ulrike hat recht, sofort in den Hunsrück, hahaha
    Es wird auch wieder mal Zeit, da wir ziemlich eingerostet sind.

    Bis bald liebe Freundinnen,
    Tina und Ulli

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*