Eine Wanderung für die Seele am Laacher See – und warum Pale Ale dazu gehört

Wir haben das Buch von Karl-Georg Müller “Wanderungen für die Seele – 20 Wohlfühlwege Eifel” rezensiert – und nun stand eine Wanderung daraus auf dem Plan.

Die Wahl fiel auf die Erfrischungstour 20 und damit auf die letzte Tour des Buches.

Angegeben ist sie mit 11,6 km und 190 Höhenmetern.
Geplant war eine etwas größere Tour, aber aufgrund von Anitas Fuß, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig genesen war, fiel die Entscheidung auf diese.

Unsere Daten zur Tour:

Dauer: 2:27 Stunden (ohne Pausen)
Länge: 11,3 km
Höhenmeter überwunden: ↑ 120 m ↓ 140 m
Durchschnitt: 4,6 km/h

Anfahrt

Wir fuhren von uns aus etwas mehr als eine Stunde. Unser Startpunkt war der im Buch angegebene Parkplatz Waldfrieden.
Um dort hin zu gelangen, fuhren wir einen etwas größeren Umweg, aber egal.

Der Parkplatz war am Vormittag noch recht leer und so starteten wir unsere Wanderung um den Laacher See.

Wandern nach Beschreibung

Wir haben uns im Vorfeld die Beschreibung vom Schlenderer Karl Georg Müller genau durchgelesen und auch während des Wanderns haben wir immer mal wieder nachgeschaut. Viel zu viele gute Tipps werden dort drin verteilt.

Zu Beginn waren wir etwas verunsichert aufgrund der Wegbeschreibung, wir wählten aber einfach den uns logisch erscheinenden Weg am Wasser. Es gibt am Laacher See verschiedene Möglichkeiten zu wandern. Und alle Wege sind schön.

Faszinierendes Wurzelwerk auf dem Weg zum See

Zu Beginn der Tour sind wir oft ganz allein auf dem Weg. Ein paar Jogger kommen uns entgegen, Wanderer sehen wir hier nur selten. Das sollte sich aber noch ändern…
Wir genießen die frische Luft, das Plätschern des Laacher Sees in unserer Nähe und die zu dem Zeitpunkt schüchtern erwachende Natur.

Die Mofetten

Ganz gespannt waren wir, ob wir die im Buch beschriebenen Mofetten finden. Aber es war gar nicht schwer. Wir fanden eine Stelle am See, an der wir auch eine Gruppe älterer Wanderer trafen. Sie hatten ein wenig Mühe, den Weg herunter vom Wanderweg ans Wasser zu gehen, denn er gestaltet sich ein wenig steil. Aber sie schafften es, und sie bewunderten wie wir auch, diese Gasaustritte aus dem Boden.

Die Mofetten – Gasaustritt aus dem Boden, hier mit Blasenbildung am Ufer

Du findest am Laacher See immer mal wieder Informationstafeln über die Geschichte und die Natur um dich herum. Im Buch haben wir z.B. schon einiges Interessantes über die Vulkanität hier in dem Gebiet gelesen. Das ist super spannend und irgendwie ein klein bisschen beängstigend, wenn man sich überlegt, dass hier vor rund 13.000 Jahren Vulkane waren und Gesteinsmassen emporgeschleudert wurden.

Besonders eindrucksvoll war das Folgende für uns:

Die Alte Burg

Du wanderst auf dem Weg daran vorbei, kannst dich setzen und es dir betrachten.

Ein Schlackekegel erstreckt sich hoch hinauf, das Gestein ist super interessant. Auf einer kleinen Halbinsel, der Jägerspitze, ist dies zu finden. Obendrauf soll die Burg des Stifters der Abtei Maria Laach gestanden haben, vom Pfalzgraf Heinrich II.
Ob das so war… wer weiß.

Aufgrund der Halbinsel verloren wir kurz die Abtei aus den Augen. Ansonsten kannst du diese nämlich immer sehen, wenn du über den See schaust. Ob das im Sommer auch noch so ist, wenn die Bäume wieder komplett beblättert sind ist fraglich. Aber wir hatten sie immer im Blick. Nur vor dieser Halbinsel nicht.

Wir machten kurz Rast und dann ging es weiter. Der Weg ist wenig anstrengend, es geht so gut wie nie bergauf.

Blick auf den Laacher See
Anita bei ihrem neuen Freund 😉

Das letzte Stück vor der Abtei gehen wir über Wiesen. Die im Buch angesprochenen Limousin-Rinder entdecken wir an dem Tag zwar nicht, dafür aber viele Obstbäume. Wir nahmen einen etwas anderen Weg als den im Buch beschriebenen, denn wir entdeckten den dort angegebenen Fulbertstollen nicht.

Dafür bewundern wir die schön angelegte Obstplantage. Uns begegnen hier nun schon mehr Wanderer, wir erahnen, dass es an der Abtei nicht mehr so leer sein wird…

Maria Laach

An der Abtei angekommen, gehen wir natürlich zur Klosterkirche. Zu sehr faszinieren uns solch alte Gemäuer.

Wir betrachten sie uns von innen, besuchen die Kellergewölbe und den Zugang zum eigentlichen Kloster draußen. Da bleiben?

Naja, ich entschied mich dann doch zum Weiterwandern. Die Gärtnerei des Klosters ist eine absolute Empfehlung. Das wussten auch andere, denn hier war es richtig voll. Gefühlt Hunderte wollten sich hier umschauen – naja, wir ja auch.

Schönes altes Gemäuer mit interessanter Geschichte

Eine kurze Rast gab es dann hier noch und wir aßen etwas ganz Vorzügliches vom Klosterladen Maria Laach.
Es gab Bio Nuss-Schinken von Bio-Schwein, Schüttelbrot und ein gutes Bier. Ein Genuß – und es sollte nicht der letzte sein für heute.

Aber erst mussten wir durch die Massen.

Wir gingen weiter. Ein sehr beliebter Weg.

Zwischen Maria Laach und dem Minigolfplatz (noch im Winterschlaf) waren wirklich viele Menschen unterwegs. Kinder mit Rollern, Leute mit Kinderwagen, viele Familien und Paare und Einzelmenschen – alle waren sie an diesem schönen Sonntag im März hier. Ihr gutes Recht, denn hier ists schön. Der See rechts, wir laufen über befestigte Wege, zum Teil über Holzbrücken. Viele Frösche waren an dem Tag auch unterwegs… wir konnten sie hautnah sehen, denn sie tummelten sich links neben dem Weg in einem kleinen “Nebensee”.

Paaarungszeit, damits viele neue Frösche gibt

Im weiteren Verlauf verpassen wir einen Abzweig, der im Buch beschrieben ist und wandern nach dem großen Campingplatz einfach weiter durch den schönen Wald. Die Menschenmassen sind verschwunden und der Wald ruhig. Ein toller Kontrast zu dem fast überfüllten Weg zuvor.

Wir kommen nach gut 4 Stunden und 11,3 Kilometern wieder am Parkplatz an. Der Schlenderer empfiehlt in seinem Buch, im dortigen hübschen Restaurant ein Pale Ale zu probieren. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und versuchen auch dieses. Und noch ein wenig mehr 😀

Dieses Pale Ale ist geschmacklich ein Erlebnis. Fruchtig und spritzig. Etwas ganz anderes…..
Naaaaa? Da bekommen wir glatt nochmal Appetit auf diese hervorragenden Waffeln 😀
Fazit

Eine abwechslungsreiche Tour rund um den Laacher See. Halb einsam, halb mit Menschentrubel. Es ist für jeden etwas dabei. Du hast Geschichte, Natur, schöne Wanderwege und gutes Essen unterwegs.
Das Buch von Karl-Georg Müller hat sich als toller Führer erwiesen, obgleich wir zweimal “falsch” liefen. Der gewählte Weg war dennoch schön zu wandern, deswegen ist es nur ein halbes “falsch”.
*

Bewertung
Schwierigkeit: 1 (nicht schwierig)
Wetterabhängigkeit:  1 (bei jedem Wetter begehbar, mit Wanderschuhen)
Kindertauglichkeit: 2 (keine besonderen Fähigkeiten erforderlich)
welche Fitness ist nötig: 2 (nicht sehr anstrengend)
Zeitintensität:2:27 Stunden ohne Pausen
Einkehrmöglichkeiten: Klosterladen Maria Laach, Restaurant Vulkan Waldfrieden (Link zur facebook-Seite, da die Webseite nicht funktioniert)

Hier unser Youtube-Video zur Wanderung.

 

Noch ein paar Eindrücke:

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