Bäderhaus Bad Kreuznach – bei den Römern, Mauren und Osmanen

So kurz vor Weihnachten in die Sauna – das kann auch nicht jeder.
Eigentlich sind alle im Stress, laufen durch Einkaufscentren, sind am Arbeiten oder am Hausputz/Kochen/Backen/Geschenke einpacken/Basteln – wir heute nicht!
Mit Absicht wählen wir diesen Tag, den 23. Dezember, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Die Vorweihnachtszeit war stressig, es ist bis auf Kleinigkeiten alles erledigt und so fahren wir in die Sauna.

Hier im Bäderhaus in Bad Kreuznach waren wir noch nicht, auch wenn die Entfernung nicht groß ist. Mal wieder hat unser gutes Sauna-Buch uns hergebracht.

Parken kannst du hier auf einem Parkplatz direkt vor dem Bäderhaus Bad Kreuznach. Er ist nicht kostenlos und wenn viel Betrieb ist, auch gewiss voll. Als Ausweich gibt es noch eine Tiefgarage unter dem Kurhaus und das Parkhaus Kurviertel, etwas weiter weg. Der Tagestarif, der für Gäste des Bäderhauses gilt, beträgt 2,- Euro für den Parkplatz und die Tiefgarage und 1,- Euro für das Parkhaus.
Der Eingang wird umrandet von römischen Säulen. Es sieht toll aus, wir sind gespannt, wie es sich im Innern fortsetzt.

Bäderhaus Bad Kreuznach

Wir werden freundlich begrüßt, bekommen zwei grüne Armbändchen und werden gefragt, ob wir zum ersten Mal da seien. Dieses bejahen wir und daraufhin erklärt uns die nette Dame den Weg. Wir gehen ohne etwas zu bezahlen eine Treppe hinauf, große Grünpflanzen stehen im Treppenhaus, wir erblicken Schließfächer, nutzen sie aber nicht. Oben angekommen sehen wir viele Saloon-Türen, dahinter die Umkleide-Bereiche mit den Schließschränken. Es gibt auch Einzel-Umkleiden. Mit dem Armbändchen – wie üblich – wird der Schrank verschlossen.

Wir gehen zurück in den Flur und folgen ihm bis zu einer Tür. Hindurch gegangen geht es eine Treppe hinunter und du stehst in einer anderen Welt. Große Palmen und andere Grünpflanzen, plätscherndes Wasser. Liegen sind zu sehen, eine Saline und ein größeres Schwimmbecken, in wechselnden Farben beleuchtet und mit sprudelnden Elementen am Rand. Wir stellen unsere Taschen ab und begeben uns auf einen Rundgang. Wir entdecken viele verschiedene Saunen,  Dampfbäder, Ruhebereiche, ein Laconium, ein Maurisches Bad und landen erstmal im Kräuter-Dampfbad. Die Beleuchtung ist sanft und der Geruch ist angenehm. Danach begeben wir uns ins Blüten-Dampfbad, Die Sitzgelegeneheiten sind in Form einer Blüte aufgebaut, aber der Geruch gefällt uns nicht so gut.

Es gibt zwei Ebenen mit rund 4000 qm, den Überblick zu behalten ist am Anfang manchmal etwas schwierig 😀

Eine Übersicht der Saunen und Angebote:

Es gibt insgesamt 11 Saunen, davon 4 Finnische:

  • eine klassische Sauna mit 90°C, mit einem Rauchquarz, der in der Mitte über dem Ofen angestrahlt wird
  • eine 90°C Aufguss-Sauna im 1. OG mit großen Fenstern, der Pfeffernuss-Fächer-Aufguss von Marc brachte uns echt ans Limit,
  • eine 80°C Edelstein-Sauna, alle halbe Stunde wird hier ein automatischer Aufguss gemacht,
  • eine Meditations-Sauna mit 60°C, hier befindet sich in der Mitte ein Kristall-Kugellicht,
  • eine Eis-Kristall-Grotte – da ists richtig kalt drin, gecrushtes Eis und eiskaltes Wasser findest du in diesem Raum.

Weiterhin gibt es noch im Bäderhaus Bad Kreuznach die Römischen Wellness-Angebote:

  • das o.g. Blüten-Dampfbad mit 45°C und 100% Luftfeuchtigkeit
  • das ebenfalls o.g. Kräuter-Damfbad, dieses hat rund 55°C und 45% Luftfeuchtigkeit
  • und ein Laconium, rund 50°C, körpergeformte Liegebänke, für kleinere Menschen allerdings eher unbequem, wie Anita feststellte. Ansonsten haben wir hier sehr gut geschwitzt…

Auch orientaisch kannst du hier verwöhnt werden, wenn du denn möchtest, denn es gibt:

  • das Maurische Bad mit orientalischem Blütenduft, einem Springbrunnen in der Mitte des gefliesten Raumes und angenehmen 45°C,
  • Hamam (waren wir nicht)
  • Scheherezade-Bad (buchbar, Ganzkörperpeeling)
Auf der Alm, da gibts koa Sünd’…

Ja, auf der Dachterrasse geht es noch weiter denn dort befindet sich neben der wunderbaren Erlebnisdusche, wo u.a. ein tropischer Regen oder feinster, eiskalter Nieselregen nachgestellt werden kann und dem 32°C warmen Penthouse-Pool mit Massage-Liegen auch die Alm. Hier sind noch zwei interessante Saunen, nämlich das

  • Brechelbad, hier sitzt du auf geheizten Sitzbänken und atmest bei 55°C und recht hoher Luftfeuchtigkeit ein Kräuteraroma ein. Der in der Mitte stehende Badeofen macht komische Geräusche, aber das wohl zu Recht, denn der Dampf geht durch den an der Decke hängenden und mit Koniferen bestückten Tschutschenkorb. Sitzen kannst du hier übrigens auch auf Hochsitzen 😀
  • und das Steinbad. Sehr toll gemacht, denn ein Korb mit Steinen wird im Innern des Sauna-Ofens erhitzt, alle 5 Minuten kommt er automatisch raus und wird zweimal kurz in ein Wasser-Becken getaucht. Der entstehende Dampf kann durch einen Ventilator, der von den Gästen mit Muskelkraft bedient werden kann, noch intensiver gespürt werden. Auch hier erlebten wir einen Aufguss, Marc führte auch diesen mit viel Ruhe durch, das Aroma war Winterzeit. Eine neue Erfahrung für uns, denn in einer Niedrig-Temperatur-Sauna einen Aufguss zu erleben war uns neu.

Auf der Alm gibt es dann noch ein Mühlrad, welches im Wechsel warmes und kaltes Wasser auf den Gast schütten könnte – das haben wir nicht ausprobiert, anders als den guten alten Zuber, aus dem eiskaltes Wasser kam 😀

Vergessen dürfen wir natürlich nicht die Saline im Erdgeschoss. Davor kannst du dich hinlegen und den feinen Wasserdampf einatmen. Ein kleines Thermalbecken befindet sich direkt daneben.

Wenn der Hunger kommt

Essen kannst du hier auch. Im Metzlers Culinarium gibt es vielfältige Aungebote, von Fischsuppe über Bruscetta, dem Bäderhaus-Sandwich, Schnitzel, Rumpsteak oder Salaten – ich glaube es ist für jeden etwas dabei. Wir entschieden uns für einen großen Salat mit gebratener Putenbrust. Außer dass die „Herstellung“ dieses mit knapp einer halben Stunde recht lange dauerte, obwohl wenig Betrieb war, haben wir ihn komplett verspeist – er war wirklich lecker. Weiterhin hatten wir noch Bruscetta, das waren 6 halbe angebratene Bagutte-Scheiben mit Oliven-Paste und Tomaten. Diese waren auch sehr schmackhaft. Bezahlt wird mit dem Armband, welches wir am Anfang bekommen haben – wie woanders auch üblich.

Als unsere Wellness-Zeit vorbei war, begeben wir uns nach der freundlichen Verabschiedung durch einen Mitarbeiter zu unseren Schränken, ziehen uns um, die Haare können im Flur vor großen Spiegeln mit vorhandenen Föhnen getrocknet werden. Die Treppe wieder hinab und nun geht es ans Bezahlen. Es wird alles zusammengerchnet und es kann bar oder mit Karte bezahlt werden. Nachdem wir das erledigt haben, gehen wir hinaus und betrachten das schön angestrahlte Bäderhaus Bad Kreuznach noch einmal.

Bäderhaus Bad Kreuznach

 

Unser Fazit: Das Ambiente im Bäderhaus Bad Kreuznach hat uns überzeugt, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Die verschiedenen Saunen und anderen Wellness-Angebote sind vielseitig, wir haben gemerkt, wie sehr wir auch in Niedrigtemperatur-Saunen schwitzen. Versucht es auch einmal, auch 55°C können die Poren ordentlich zum Schwitzen verleiten – zum Teil besser als 90°C Saunen. Es ist ruhig hier, sieht man vom Wasser-Plätschern und der beruhigenden Musik ab, die Anita immer nicht wirklich braucht 😉
Wir kommen gern wieder!

Bewertung

Freundlichkeit: sehr gut
Sauberkeit: sehr gut
Kinderfreundlichkeit: nicht beurteilbar wir waren ohne Kinder dort
Essens- und Getränkeangebot: gute Auswahl, Essen dauerte aber zu lang
Parkplätze: gut (vor dem Haus oder in der Tiefgarage Kurhaus: 2,- Euro, Parkhaus Kurviertel: 1,- Euro Tagesgebühr)
Preis-Leistungsverhältnis: sehr gut, Tageskarte kostet 26,50 Euro, da das Angebot an Saunen und anderen Wellness-Angeboten groß ist, ist der Preis gerechtfertigt

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