Wandern an der Côte d’Azur – Rund um das das Cap Dramont

Es war warm im Sommer 2017 im Süden Frankreichs. Wir ließen uns das Wandern an der Côte d’Azur trotzdem nicht nehmen, suchten uns aber nicht die längsten Touren aus. Fündig wurden wir auch bei unserer zweiten Tour im Wanderführer des Rother Bergverlag “Côte d’Azur – Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen” von Daniel Anker (*).

Angegeben war die Tour rund um das Cap Dramont mit 2 Stunden, es waren nicht mehr als 6 Kilometer, aber das war auch gut so, denn wir wollten auch noch baden :-D

[www.komoot.de/tour/Rund_ums_Cap_du_Dramont/19966646]

Anfahrt

Wir fuhren von unserem Campingplatz in Mandelieus, über den wir euch bald noch etwas berichten, bis nach Le Dramont, einem Ortsteil von Saint Raphael, und fanden dort auch bald einen Parkplatz. Insgesamt hatten wir immer Glück, auf den überfüllten Parkplätzen war entweder genau noch einer frei – oder direkt vor uns fuhr jemand weg. An diesem Tag war es genauso, wir parkten, zogen uns unsere Wanderschuhe an und empfanden dies erstmal als recht unangenehm. Bei knapp 30°C war es gewöhnungsbedürftig, festes Schuhwerk zu tragen. Aber ohne die gehen wir nicht los.

Der Ort, an dem wir uns befanden…

… war, wie wir alsbald feststellten, ein geschichtsträchtiger. An diesem Strand landete 1944 das 36. US-Infanterie-Regiment und deswegen gibt es hier das Monument zum Gedenken an die Landung. Dieses schauten wir uns genauer an, dieser gesamte Küstenstrich ist sehr interessant.

Das Monument zum Gedenken an die Landung der US-Infanterie am 15. August 1944 am Cap Dramont
Die Wanderung startet

Wir gehen hinab zum Strand “Plage du Dramont“. Dort werden wir etwas schief beäugt von den Badegästen, sind wir doch etwas warm gekleidet in ihren Augen. Aber davon lassen wir uns nicht abhalten – stapfen über die Steine. Insgesamt ist dieser Strand sehr steinig, es sind zwar runde Steine in verschiedenen Größen, aber wir stellten nach unserer Wanderung fest, dass sie uns zu sehr weh tun an den Füßen – also Baden konnten wir hier nicht.

Steiniger Strand am Cap Dramont

Vorbei am kleinen HafenPort du Poussaï“, gehen wir immer an der Küste entlang. Diese ist hier z.T. bewachsen mit Sträuchern, manchmal besteht sie nur aus dem roten Gestein, der hier im Esterel-Gebirge typisch ist. Der Weg ist steinig und trocken, wir sind froh über unsere guten Schuhe.

Die Île d’Or

Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf diese süße kleine Insel im Mittelmeer, direkt vor dem Cap Dramont. Auf der Île d’Or steht ein Turm, dieser kann allerdings wohl nicht besichtigt werden, die komplette Insel befindet sich in Privatbesitz.

Die Île d’Or vor dem Cap Dramont
Sehr schmuck liegt die Insel dort im Mittelmeer.

Unser Weg führt immer wieder an wunderbaren Aussichten auf das Mittelmeer vorbei. Wir genießen das in vollen Zügen – zugegebenermaßen hätten die Mädchen wohl lieber am Strand gelegen – aber im Nachhinein sind beide froh, mitgegangen zu sein.

Die Mädchen auf dem Weg durch die Sträucher am Cap Dramont
Kleine Badebucht am Cap Dramont

Immer wieder tauchen vor uns kleine Buchten auf, in denen entweder kleine Boote vor Anker liegen oder in denen Menschen baden. Das ist Urlaub……

Nach wenigen Kilometern gelangen wir auf einen breiteren Weg. Dieser ist ebenfalls steinig und staubtrocken. Wir entdecken Boulder-Felsen, immer wieder Hinweisschilder zum Weg, und tolle Pflanzen. Schaut mal:

Bald sind wir aber wieder auf einem schmalen Weg unterwegs – immer das Mittelmeer rechts neben uns. Diese Farben hier im Esterel-Gebirge sind der Wahnsinn. Wir sehen das Rot der Felsen und des Sandes, das Blau des Himmels, das Blau des Meeres ist dunkler und die Pflanzen, zum Beispiel auch frei lebende Kakteen streuen grüne Punkte in die Landschaft.

Es ist ein Traum hier an der Côte d’Azur!

Schön? Schön!
Der Militärposten Sémaphore du Dramont

Und dann kommt mit einem Mal wieder das Militär ins Spiel und die Geschichte des Cap Dramont. Wir sehen hoch oben den großen Militärposten Sémaphore du Dramont. Es gab gewiss nicht nur gute und schöne Momente in dieser Idylle…

Militärposten Sémaphore du Dramont hoch oben

Fast bis ganz hoch wanderten wir durch wieder dichter werdende Sträucher.
Über einen nun breiteren Weg kommen wir schließlich zurück nach Le Dramont.

Vorbei an der süßen kleinen Kapelle St.Roch und tollen Pflanzen erreichen wir nach knapp 3 Stunden unser Auto.

Und dann? Ab zum Strand…

Wir sind schließlich doch froh, die Wanderschuhe wieder abstreifen zu können, auf der kleinen Wanderung hätten wir sie allerdings nicht missen wollen. Trittsicherheit ist schon Voraussetzung…

Wie ich oben schon erwähnte, den Strand besuchten wir hier nicht – entschlossen uns dazu, noch ein Stück weiter zu fahren und verlebten noch ein paar tolle Stunden im und am Wasser. Was die Mädchen im Übrigen im Wasser am liebsten machten: Schnorcheln mit dieser (für uns) neuartigen Schnorchelmaske.

Bewertung

Schwierigkeit: 2 (z.T. steinig, schmal)
Wetterabhängigkeit: 2 (vielleicht rutschig bei Nässe, manchmal gesperrt wegen Waldbrandgefahr)
Kindertauglichkeit: 3 (Trittsicherheit sollte vorhanden sein, auch Schwindelfreiheit ist von Vorteil, da es zum Teil neben einem steil hinab geht)
welche Fitness ist nötig: 1 (nicht anstrengend, trittsicher sollte man aber sein)
Zeitintensität: 1:18 Stunden ohne Pausen
Einkehrmöglichkeiten: in Le Dramont, am Hafen

Fazit

Eine süße kleine Wanderung am Cap Dramont im Esterel-Gebirge direkt am Mittelmeer mit viel Geschichte im Hintergrund. Auch bei hohen Temperaturen durchaus machbar, da sie nicht sehr lang ist. Trotzdem solltest du genügend Zeit einrechnen, gerade Kinder brauchen etwas mehr Pausen. An genügend zu trinken denken, unterwegs gibt es nichts.

Weitere Impressionen

 

 

4 Kommentare

    • Hallo Aurora :-) Genau das haben wir uns auch gedacht, als wir den Artikel bearbeiteten. Es tut gut, zumindest etwas Sonne auf den Bildern zu erhaschen.
      Liebe Grüße an dich
      Anita und Claudia

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