Traumschleife LandZeitTour – Über Quellgebiete, Moore und Stege

Das Wetter lockt raus, der Frühling steht in den Startlöchern. Wir sind nicht ganz fit an diesem Tag, Anita plagt ein schlimmer Fuß, ich bin erkältet. Aber wir können es einfach nicht lassen. Wir müssen raus.

Die Mädchen haben keine Wanderlust zur Zeit, so geht es eben zu zweit los.

Wir haben uns eine der kürzesten Traumschleifen heraus gesucht, die Traumschleife LandZeitTour bei Morbach.

Dauer: 1:58 Stunden (ohne Pausen), 2:43 Stunden (mit Pausen)
Länge:  8,98 km
Höhenmeter überwunden: ↑ 120 m ↓ 120 m
Durchschnitt: 4,5 km/h

Die Anfahrt

Wir fahren etwas mehr als eine halbe Stunde bis nach Morbach Hundheim. Dort befindet sich etwas außerhalb die Ruine Baldenau. An dieser befindet sich der schöne Einstieg in die Traumschleife LandZeitTour. Das Wetter an diesem Tag meint es wirklich gut mit uns, die Sonne strahlt uns an. Der Wind ist an manchem Stellen stark, bläst uns anständig ins Gesicht.

Los gehts

Wir umrunden die Burgruine Baldenau, sehen sie uns von allen Seiten an. Bei Sonnenschein ist es einfach noch mal schöner. Der blaue Himmel spiegelt sich im stillen Wasser. Schon hier können wir wieder nicht widerstehen und machen viele Fotos.

Ruine Baldenau, die einzige Wasserburg im Hunsrück

Es geht durch Wiesen, über die Straße und bergauf. Ich muss echt pusten, diese Erkältung macht keinen Spaß dabei. Aber die Luft tut gut.

Der Weg ist angenehm für die Füße, der weiche Boden schmeichelt unsere Fußsohlen. Zum Teil ist es matschig – aber das ist normal hier, wie wir noch erfahren.

Insgesamt gibt es auf dieser Schleife sehr viel zu lernen über Land und Leute. Immer wieder triffst du auf lebensgroße Figuren am Wegesrand, die da stehen und dir von der Vergangenheit erzählen. Ein Themenweg ist es, die Figuren wurden von Künstlern aus Hinzerath hergestellt.

Auf dieser Traumschleife kannst du viel lernen über Land und Leute, hier zum Beispiel lesen wir über die Arnika-Ernte

Wir wandern hier durch die Hundheimer Quellmulde. Auf  Schaubildern erfahren wir, dass diese Quellmulde der wertvollste Teil des Oberen Dhrontales ist – und zwar aus Sicht des Naturschutzes. Hier findest du unter anderem Feucht- und Nasswiesen, das merken wir auch 😀
Anita hatte schon nach ein paar Hundert Metern einen nassen Schuh…

Hier holte sich Anita den nassen Schuh 😀

Die Natur hier ist ganz anders als zum Beispiel weiter im Norden im Hunsrück. Viele Wiesen und Viehzucht bestimmen die Landschaft. Auf den ersten Kilometern durchlaufen wir keinen Wald, der kommt erst später.

Wir treffen Radfahrer und andere Wanderer, das schöne Wetter treibt die Menschen aus dem Haus.

Viehzucht ist in diesem Gebiet sehr wichtig

Wir streifen Hinzerath, ich war versucht, mehr in den Ort zu gehen, aber ich tat es nicht. Das war auch gut so, denn wir sollten später noch genug von ihm sehen 😀

Archäologiepark Belginum – dahin kommen wir nicht

Aus dem Ort heraus geht es wieder leicht bergan. Es sind Wiesen, die wir entlang gehen. Wie immer bis jetzt.

Aber es ist nicht schlimm, wir genießen die Aussichten und die weichen Wege. Mittlerweile haben wir den höchsten Punkt der Strecke erreicht. Wir sehen einen Turm, diesen sehen wir auch, wenn wir auf der Hunsrückhöhenstraße B 327 fahren. Wie wir erfahren, ist es der Stumpfe Turm von Hinzerath. Er ist ein historisches Baudenkmal. Zusammen mit der Burg Baldenau wurde er um 1315 erbaut. Von hier hatte man eine gute Sicht im Gegensatz zur Burg Baldenau.
In der Nähe befindet sich auch der Archäologiepark Belginum. Dieser liegt an der Ausoniusstraße von Bingen nach Trier. Wir haben uns nicht dorthin begeben, da die Traumschleife nach rechts abbiegt.

Wir treffen wieder Figuren, die uns das Leben rund um Hinzerath früher zeigen

Nach etwa 4 Kilometern geht es das erste Mal richtig in den Wald. Schon als wir einen Wald nach etwa 1 Kilometer streiften, hörten wir so viele Vöglein zwitschern, dass wir uns so richtig daran erfreuten. Es ist ein Gebiet mit „besonders störungsempfindlichen Tier- und Pflanzenarten“ und so wird der Wanderer gebeten, auf den Wegen zu bleiben und nach Dämmerung hier nicht mehr langzugehen.

Wir wandern über Steine, sehen wieder viel Wasser- und unglaublich alte bemooste Bäume.

Beeindruckend!
Vermummt ging es durch den Wald… In der Sonne war es schon schön warm, im Schatten allerdings frisch.

Der Weg durch den Wald ist nicht lang, etwa 500 Meter nur – wir gehen danach über einen Feldweg bis nach Hinzerath hinein.

Zu bewundern gibt es hier eine schöne Kirche, und so generell gehen wir immer sehr aufmerksam durch Orte.
Fotografiert werden Kirchen:

… und auch Hinweisschilder:

Auf diesen ist auf den Traumschleifen auch immer vorbildlich die Geh-Richtung angegeben. Diese zu beachten obliegt aber dem Wanderer.

Wir beachteten dieses (mal wieder) nicht und fanden uns am Ortsende von Hinzerath in Richtung Bruchweiler wieder.

Naja, war falsch.
Da wir zum Glück mit ein wenig Orientierungssinn ausgestattet sind, fanden wir nach kurzer Zeit außerhalb die Traumschleifenschilder wieder.

Wir mussten arg lachen, dass wir es aber auch immer wieder schaffen, uns auf den super ausgeschilderten Traumschleifen zu verlaufen… unglaublich.

Diese Traumschleife bleibt bis zum Ende interessant. Wir gehen zum Teil über Stege und große Steine durch die Nasswiesen und ein Wäldchen, treffen vor allem gegen Ende wieder auf viele lehrreiche Lehrtafeln.

Auch gehen wir durch ein eingezäuntes Gebiet. Durch eine Tür betreten wir dieses – wozu es allerdings eingezäunt ist, die Frage bekommen wir unterwegs nicht beantwortet.
Beim Recherchieren für den Beitrag lesen wir in der Beschreibung der Traumschleife LandZeitTour (auf den Seiten des Saar-Hunsrück-Steiges), dass es sich um das Areal des EU Life Projektes „Arnikawiesen“ handelt. Darin treffen wir eine kleine Familie, die sogar mit einem Jogger (Kinderwagen mit 3 Rädern) wandert auf dieser Traumschleife. Finden wir gut…

Auf Stegen geht es durch das Quellmoor wieder zurück zur Ruine Baldenau, nicht ohne uns auf Tafeln zu zeigen, wie wertvoll diese Landschaft ist. Hier findest du einzigartige Schmetterlinge und Pflanzen.

Auf Stegen durch das Quellmoor

Bewertung

Schwierigkeit: 1,5 (z.T. matschig, manchmal über Stege und Baumstümpfe)
Wetterabhängigkeit:  1 (bei jedem Wetter begehbar, mit Wanderschuhen)
Kindertauglichkeit: 2 (keine besonderen Fähigkeiten erforderlich)
welche Fitness ist nötig: 1 (nicht anstrengend, trittsicher sollte man aber sein)
Zeitintensität: knapp 2 Stunden ohne Pausen
Einkehrmöglichkeiten: wissen wir nicht 😮

Es folgen noch ein paar Eindrücke:

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Anita,
    hallo Claudia,

    das gute Wetter gut genutzt. Und tolle Fotos mitgebracht.
    Bin diese Traumschleife vor Jahren gewandert. Wie ich in Eurem Artikel sehe und lese wurde diese schön weiterentwickelt und ergänzt. Werde sie also nochmal besuchen können.
    Und danach wieder zum Abschluss nen leckeren Kuchen im Bauernhofcafe in Hunolstein genießen. Hier ist übrigens auch der Einstieg auf die Hunolsteiner Klammtour – kennt Ihr die Traumschleife schon?
    LG Anja

    • Guten Morgen Anja.
      Die Hunolsteiner Klammtour kennen wir noch nicht – insgesamt kennen wir noch viel zu wenige Traumschleifen. Wir arbeiten daran.
      Beim Punkt Einkehrmöglichkieten mussten wir passen, werden aber deine Empfehlung mit aufnehmen.
      Liebe Grüße zu dir
      Claudia

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