Wandern in der Vulkaneifel – Auf dem Mühlenweg zum Schutzalf, Strohner Schweiz und Immerather Maar

Von der Strotzbüscher Mühle, in der wir eine ruhige Nacht verbrachten, sollte die Wanderung mit Wanderführer Herbert Peck am Üßbach entlang zum Römergrab und durch die Strohner Schweiz zum kleinsten wassergefüllten Maar, zum Immerather Maar bis zur Strotzbüscher Mühle zurück verlaufen. So der Plan. Doch es kam anderes, aber von seinem Reiz hat die Wanderung dadurch nichts verloren.

Los gehts

Aber nicht auf dem eigentlichen Weg, denn dieser war durch den Regen und die Schneeschmelze der Tage davor überschwemmt. Wir werden insgesamt noch öfter merken, dass der Boden richtig aufgeweicht ist und das Wasser unseren Weg prägt. Unsere Stimmung in der Gruppe ist trotz allem bestens – so schnell lassen wir uns die auch nicht verderben 🙂

Den Üßbach konnten wir also erstmal nicht queren, die Brückenende standen unter Wasser. Die Bäche an diesem Tag gleichen kleinen Strömen und machen mächtig Radau.

Das Römergrab “Strotzbüscher Tumm”

Wir kommen trotzdem auf unseren geplanten Weg, den Mühlenweg, Herbert Peck weiß irgendwie immer eine Lösung. Nach etwa 2,5km dann: ein Zeugnis aus der Antike, die Familiengrabstätte eines gallo-römischen Großgrundbesitzers. Aus dem 3. Jahrhundert vor Christus soll sie sein, Bestattungsreste wurden bei Untersuchungen aber wohl keine mehr darin gefunden.

Strotzbüscher Tumm mit Römergrab
Das Hügelgrab aus der Ferne
Sprinker Mühle

Unser Weg führt uns weiter durch den kühlen Tag Anfang Januar. Wir sehen viel Wasser, die Wiesen sind vollgesogen und können das neu hinzukommende Nass nicht mehr aufnehmen. Die Bäche sind voll – und alles strömt Richtung Mosel (die zu dem Zeitpunkt auch überläuft). Es sind unglaubliche Naturgewalten, es hinterlässt bei uns nicht nur einmal staunende Gesichter.

Normal ein klitzekleiner Bach, der Alfbach

Wir biegen rechts ab, nachdem wir linker Hand aus der Ferne die Sprinker Mühle gesehen haben. Wassermühlen haben etwas ganz Besonderes, gern hätten wir diese besucht, das durften wir aber leider nicht.
Unsere Strotzbüscher Mühle, in der wir so freundlich von Hans und Sonya aufgenommen wurden, hat auch dieses gewisse Etwas (und noch mehr) – und weil es so viel zu berichten gibt, bekommt sie einen eigenen Beitrag.

Unsere Wanderung geht über nasse Wiesen, an hohen Wäldern vorbei, wir erhaschen Aussichten über die Maar-Region – und dann sahen wir ihn!

Unser Peter vom Eifelstopp

Mitten auf der Wiese, am Schutzalf, stand sein Wagen, ein Pavillon war über der Sitzgruppe aufgebaut, die mobile Toilette war dabei – und wir waren sehr froh, ihn selbst auch wieder zu sehen! Peter vom Eifelstopp hat uns unsere Mittagspause im wahrsten Sinne des Wortes versüßt. Es gab Glühviez, gut, das war nicht jedermanns Geschmack und selbstgebackene Kekse. Diese wiederum erfreuten alle. Eine leckere Erbsensuppe hatte Peter auch dabei, von der Landmetzgerei Peter Roden gekocht. Normalerweise mag ich die so gar nicht, aber diese hier war richtig gut. Neben der Stelle, an der wir Peter bei unserem letzten Eifel-Besuch trafen (bei Gillenfeld) bietet er auch diese Art der Versorgung an. Er kommt gefahren und bringt alles mit, was die Wanderer brauchen. Eine tolle Sache. Weitere Informationen zum Eifelstopp findet ihr hinter dem Link im Anhang.

Da stand er auf der Wiese, Peter vom Eifelstopp
Erinnerungsstätte Schutzalf bei Mückeln

Hier, wo Peter stand, war ein historisch interessanter Ort. Einst standen hier 4 Wohnhäuser und die Kapelle Schutzalf. Vermutlich Reste der Altarsteine sind das einzige, das übrig blieb bis heute. Was mit den Häusern geschah, darüber weiß man heute nicht alles. Eventuell hat ein Brand alles zerstört, auch die Zerstörung durch die Franzosen kann nicht ausgeschlossen werden, möglich ist aber auch eine Seuche, die die Einwohner von hier fliehen ließ.

Der Glockenturm “auf Schutzalf”

Die Glocke im Glockenkturm, der 2014 von der Gemeinde Mückeln errichtet wurde, funktioniert – wie einige von uns bewiesen 🙂 laut schallten die Töne der Glocke durch die Wiesen. Wir aßen unsere Suppen, unterhielten uns prima mit Peter und gingen schließlich weiter. Wir hatten noch mindestens 10 Kilometer vor uns. Aber wir waren recht gut in der Zeit…

Eine leckere Stärkung am Eifelstopp, Erbsensuppe von der Metzgerei Peter Roden, Gillenfeld
Die Strohner Schweiz

Ja, auch hier in der Vulkaneifel gibt es eine Schweiz. Die Strohner Schweiz.
Wikipedia weiß zu berichten, dass es diese Bezeichnung “Schweiz” 105 mal allein in Deutschland gibt. Wenn eine Landschaft so benannt wurde, so sei sie eine “ansprechende, topografisch bewegte”(¹) oder aber, der Name wurde aus Marketinggründen verwendet, steht doch der Name Schweiz für landschaftliche Schönheit, Wohlstand und ein gut organisiertes Staatswesen” (¹).

Im Falle der Strohner Schweiz wird das erstere zutreffen, denn dies hier ist richtig ansprechend. Es ist das Durchbruchstal des Alfbaches. Vor rund 12.000 Jahren war das Flussbett der Alf durch den alten Strohner Lavastrom versperrt. Das Flüsschen schaffte es aber, sich das Bett zurückzuholen. Als wir an diesem Tag den Alfbach sehen, ist uns klar, warum er das schaffen konnte. Schaut euch mal die Bilder an:

Reißende Fluten im Januar 2018 – der Alfbach

Das Trautzberger Maar

Wir durchwandern einen Teil der wildromantischen Strohner Schweiz, begeben uns dann aber wieder aus dem Bachtal heraus und gehen auf dem Mühlenbergpfad weiter Richtung Trautzberger Maar. Hier sehen wir und erleben, wie der Sturm der letzten Wochen gewütet hat. Es liegen viele Bäume quer auf dem Wegen, manchmal müssen wir arg klettern.

Toller Wald!

Aber bald kam die nächste Besonderheit dieser geführten Wanderung, die Herbert super ausgesucht hat. Er ist für uns der Maarflüsterer – er kennt sich hier so gut aus, du kannst ihn alles fragen, er hat immer eine Antwort. Mach das doch auch mal!

Das Trautzberger Maar wurde Anfang der 1960er Jahre trockengelegt. Durch Renaturierung und Wiedervernässung 2014 entstand das kleinste wassergefüllt Maar in der Vulkaneifel. Es liegt im Naturschutzgebiet Wartgesberg und aus der Ferne sieht es aus wie eine Sprechblase. Als wir dort waren, war es sehr voll, klar, das viele Wasser macht auch vor den Maaren nicht halt, obgleich auch dieses Maar keinen natürlichen oberirdischen Zufluss hat.

Das Trautzberger Maar, das kleinste wassergefüllte Maar der Vulkaneifel
Das Immerather Maar

Nach etwa 15km (auf meinem Track – auf Jörgs Track waren es bereits 17,5km) erreichten wir über sehr matschige Wege das Immerather Maar. Laut Wikipedia (²) wurde auch dieses Maar um 1750 abgelassen und trockengelegt. Irgendwie wurde früher mit allen Mitteln versucht, das Wasser aus den Maaren zu bekommen. Warum? Um Weidefläche zu bekommen? Drumherum ist doch auch Fläche und nicht zu wenig… Unverständlich. Aber vielleicht weiß das jemand von euch 🙂

Dieses Immerather Maar ist nicht tief, nur etwa 150cm im Durchschnitt. Auch hier wurde ein Naturschutzgebiet ausgewiesen. Gut so!

Das Immerather Maar aus der Ferne
Unser Wanderhund hatte einen Riesen-Spaß in dem kühlen Nass

Nach rund 17,5km erreichten wir Strotzbüsch, liefen ein wenig hindurch, Menschen trafen wir keine, Schafe trafen wir viele.

Schafe in Strotzbüsch

Der Weg führte uns nun wieder zur Strotzbüscher Mühle, wo uns am Abend ein super leckeres 3-Gang-Menü erwartete. Aber nicht nur dies.

Zurück an der Strotzbüscher Mühle, wo schon der Kaminofen angeheizt wurde.
Hirschgulasch, im Dutch Oven auf dem offenen Feuer am Tag zuvor gegart – köstlich!
Kulinarik, Kamin und Kultur…

… all dies haben wir an diesem Abend erlebt.
Dazu noch eine mächtige Prise Humor – perfekt!
Die Songwriterin Sylvia Nels war zu Gast und erfreute uns mit ihren Liedern in Eifeler Mundart. Ob “De Schleicher”, “Un da foahre ma ma’m Bulldog” oder “Ich sprech moselfränkisch”, wir hatten richtig Spaß.
Nicht alle Lieder waren lustig, sie kann auch nachdenklich. Zu Beginn hatte jeder ein Übersetzungs-Heftchen bekommen, um zu verstehen, was sie singt – bei diesem einen Lied brauchte das niemand.
Melodie, Stimme, Worte, es war so gut zu verstehen und tat so gut. Wir saßen beisammen und jeder hörte gebannt zu. Das Lied hieß: “Dat aal Meierhous”. Im Anschluss gab es noch bekannte Lieder, Sylvia Nels hat eine wunderbare Stimme, begleitet durch ihr Gitarrenspiel animiert sie uns zum Mitsingen – und schafft es sogar!
Wenn du mal die Möglichkeit hast, Sylvia Nels zu hören, pack die Gelegenheit beim Schopf! Die Sprache ist gewiss kein Hinderniss.

Wir haben es absolut genossen! Danke Sylvia!

Sylvia Nels singt….
… und wir lauschen ihren Liedern.
Fazit

Wir hatten einen wundervoll erfüllten Tag, die Wanderung war abwechslungsreich und interessant, die Verköstigung unterwegs durch Peter Lauer vom Eifelstopp war wiedermal Klasse – und unsere Strotzbüscher Mühle, ja, die hatte eh jeder gern. Hans und Sonya haben wir ins Herz geschlossen. Solche Gastgeber wünsche ich einem jeden…..
Zu der Strotzbüscher Mühle schreiben wir in den nächsten Tagen nochmal ausführlicher.

Das Wandern auf dem Mühlenweg mit dem Maarwanderer Herbert Peck war wieder eine tolle Sache. Durch den Regen und die aufgeweichten Wege musste er ein wenig improvisieren, aber wie nicht anders zu erwarten, war dieser spontane Weg ein guter!

Herbert hat alles im Blick!

Der Abschluss am Abend mit der Eifeler Mundart von und mit Sylvia Nels war klasse.
Ein erfüllter Tag neigte sich dem Ende entgegen und wir waren gespannt, was uns am nächsten Tag erwartete.

Links

Strotzbüscher Mühle

Wanderbare Vulkaneifel

Sylvia Nels

Eifelstopp – mobiler Wander- und Erlebnistreff

Mitwanderer

Jörg von outdoorsüchtig.de und Frau Doris

Frank, derentspannen.de und Frau Manuela

Belinda, Jean-Luc und Räuber

Berichte über die Wanderung

Jörg von outdoorsüchtig.de: Wandern in der Vulkaneifel! Mühlen, Maare und mehr… 

Herbert, der Maarwanderer: Wandern an der Strotzbüscher Mühle

Quellenangaben

(¹): Wikipedia – Schweiz (Landschaftsbezeichnung)

(²): Wikipedia – Immerather Maar

 

Die Strotzbüscher Mühle besuchten wir aufgrund einer Einladung von Herbert Peck und den Betreibern der Strotzbüscher Mühle. Wir bedanken uns recht herzlich.
Unsere Meinungsbildung erfolgt grundsätzlich frei von Einflüssen.

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Schöner Bericht. Danke sehr, liebe Claudia

    Die Maare wurden trocken gelegt, weil der Boden am Grund durch die Sedimente besonders fruchtbar war. Und weil in der zugigen Eifel das Binnenklima in den Maartrichtern immer etwas wärmer ausfiel.

    • Lieber Herbert, danke für die Erklärung. Es freut mich, dass dir der erste Bericht gefällt, ich schreib ja aber nur nieder, was ich erlebt hab.
      Die anderen Berichte kommen in den nächsten Tagen, da hat dann zum Glück auch Anita ein Wörtchen mitzureden 😉
      Liebe Grüße aus dem Hunsrück
      Claudia

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