Rockenburger Urwaldpfad – Wandern auf dem Saar-Hunsrück-Steig

Leitern!

Dauer: 2:56 Stunden (ohne Pausen)
Länge: 12,6 km
Höhenmeter überwunden: ↗ 300 m ↘310 m
Durchschnitt: 4 km/h

Am letzten Sonntag war es mal wieder soweit, eine Traumschleife oder ein Traumpfad sollte es diesmal sein. Zwei davon hatten wir herausgesucht, und es lag nun an Anna-Lena, zu sagen, welche wir gehen.
Die Entscheidung fiel auf den Premiumweg Rockenburger Urwaldpfad, eine der Traumschleifen aus dem Buch: “Traumschleifen Saar-Hunsrück” (Klick führt zu amazon), einem Hikeline Wanderführer vom Verlag Esterbauer. Dazu an anderer Stelle mehr.

Nun denn, Gastkind abholen lassen, Eva-Maria entschied sich gegen eine Wanderung und ging zu einem Freund, also waren wir zu dritt. Rucksack gepackt, Äpfel, Bananen (zu diesen auch gleich noch mehr), Müsli-Kekse, Waffeln  und Getränke eingepackt, Wanderschuhe und -hosen an, vorsichtshalber etwas Warmes dazu und los ging es.

Mit dem Auto fuhren wir nach Beuren, ca. 1 Stunde Fahrt von uns und dort an die Fischerhütte. Ein wenig umgeschaut – und ein rot-weißes Absperrband entdeckt.
Fragezeichen auf unseren Gesichtern, mal nachlesen, was da geschrieben steht: wegen Waldarbeiten ist der Urwaldpfad bis Anfang März gesperrt.
Ach herrje.
Kurze Pause, dann der Hinweis von Anna-Lena, dass wir ja schon fast Ende März hatten. Das war für uns der Startschuss und wir brachen also auf.

Man kann den Rockenburger Urwaldpfad in beide Richtungen begehen, wir gingen im Uhrzeigersinn und somit später die “Leitern” bergab. Am Einstieg und auch unterwegs befinden sich Info-Tafeln, die auf interessante Dinge hinweisen oder, wie hier am Anfang, den Weg kurz beschreiben. Immer dabei das Streckenprofil und der derzeitige Standpunkt.
Zuerst gingen wir durch Wald, in diesem haben wir gesehen, warum die Strecke gesperrt war. Viele Bäume wurden abgeholzt, die Wege lagen voller Tannenästen.

Ein Weg voller Tannengrün.
Ein Weg voller Tannengrün.

 

Es ließ sich allerdings wunderbar darauf laufen – und der Duft – unbeschreiblich! Große Berge mit Stämmen lagen am Wegesrand und die Spuren der großen Waldarbeitsmaschinen waren nicht zu übersehen. Manchmal ein wenig beängstigend, mit was für Monstern da in den Wäldern mit den vielen kleinen und großen Tieren herumgewütet wird.

Im Wald hier und da kleine Bänke und Sitzgruppen zum Rasten, in kleineren und größeren Abständen auf der ganzen Tour zu finden. An einer Stelle konnte ich nicht anders, als ein Video zu machen, erstmal wegen dem tollen Wald, aber vor allem wegen des Vogelgezwitschers. Sie sind noch recht schüchtern so früh im Jahr, aber es war wunderschön. (Lautsprecher hochdrehen)

Wir nahmen das Angebot zu rasten ein paar mal kurz an und tranken und aßen ein wenig. Mit dabei hatten wir, wie oben schon geschrieben, Bananen. Und das waren nicht irgendwelche Bananen! Nein. Es waren WANDERBANANEN! Diese sind halbierte, vom Endstück befreite Bananen und lassen sich einfach besser in Tupperdosen transportieren als große ganze 😉

So sehen sie aus, unsere Wanderbananen :-)
So sehen sie aus, unsere Wanderbananen 🙂

So richtig interessant fanden wir den zweiten Teil der Tour. Nach etwa 4 Kilometern kommen die besagten Leitern. Diese führen rund 80 m ins Tal hinein. Wer keine Leitern gehen mag, auch Anita merkte, dass die Höhenangst sie etwas packte, der kann einen Weg neben diesen ins Tal laufen. Wir drei gingen aber die Leitern und das war im Endeffekt gut so.

Das sind die beschriebenen Leitern. 80 Meter geht es damit in das tiefe Tal.
Das sind die beschriebenen Leitern. 80 Meter geht es damit in das tiefe Tal.

Schon von oben hörten wir den rauschenden Bach Kleine Dhron. Wir fanden, die Bäche führten echt viel Wasser, aber das nahm natürlich nichts an Reiz, ganz im Gegenteil.
Weiter ging es an der Kleinen Dhron und am Krennerichbach entlang, Zeit zum Steine waschen und ins Wasser werfen war auch. Im Sommer ist dies gewiss ein schöne Abkühlung. Nach dem Tal ging es dann eigentlich fast nur bergauf, wunderbare Serpentinen zum Moosberg, der seinem Namen alle Ehre macht, hin zum Steinernen Tor, einem von Menschenhand geschaffenen Steintor, hinauf bis kurz vor den Ort Prosterath – und spätestens da macht dann der fitteste Wanderer eine Pause auf der Liegebank und genießt die wunderschöne Aussicht über die Gegend. Wir verweilten ein paar Minuten, es war auch wieder Handyempfang da – somit wurde ein Bild zu unseren Instagram-Followern geschickt, das mussten einfach alle sehen.

Mit dieser Aussicht wurden wir nach dem ewig langen Anstieg belohnt.
Mit dieser Aussicht wurden wir nach dem ewig langen Anstieg belohnt.

Die Sonne schien zu diesem Zeitpunkt und wir schnauften einfach mal durch. Dieser Anstieg war schon wirklich nicht ohne, zumal wir im Winter kaum anstrengende Touren gewandert sind.
Weiter ging es in den kleinen beschaulichen Ort Prosterath, zu Beginn besuchten wir die Prosterather Wacken, riesengroße Quarzitfelsen. Sehr imposant. Aber fast noch imposanter war die kleine Kirche im Ort und die Freundlichkeit der beiden älteren Herrschaften dort. Allein für uns hätte die Dame die Kirche nochmal aufgeschlossen, aufgrund der fortgeschrittenen Stunde lehnten wir ab, aber sie erzählten noch ein wenig mit uns, das war ein tolles Erlebnis. Sie sind gewiss Wanderer gewöhnt und freuen sich, wenn sich jemand für ihren kleinen Ort interessiert. Das sind so kleine Begegnungen, die das Herz hüpfen lässt.
Im Ort selbst ging es dann weiter bergauf, außerhalb noch eine Wiese hinauf und dann hatten wir das mit den Steigungen endlich geschafft. Unser Wanderführer zeigte uns das Profil und somit waren wir jederzeit im Bilde, was auf uns zukommt.

Noch einmal ein wunderbarer Blick über die schöne Landschaft, dann ging es bergab nach Beuren, kleine Wege durch den Wald, wir bewunderten nochmal die erwachende Natur und dann sahen wir den Parkplatz. Wir waren stolz und froh, es geschafft zu haben.
Die Fischerhütte am See war mittlerweile geöffnet, wir kehrten ein und gönnten uns eine Mahlzeit mit Schnitzel, Toast Hawaii und Pommes. Die Bedienung war sehr freundlich und nahezu freundschaftlich und hatte ein paar nette Worte über. Wir fühlten uns herzlich willkommen.

Auf der Heimfahrt schlief unser Ausdauer-Kind, welches heute fast immerzu vorneweg lief, relativ schnell ein. Sie fand ihre ausgesuchte Wanderung richtig toll.

 

Bewertung

Schwierigkeit: 3,5 (es geht Leitern hinab/hinauf und ca. 3 km bergauf am Stück)
Wetterabhängigkeit:  3 (bei Regen ist die Leiter nicht zu empfehlen, aber man kann sie umgehen)
Kindertauglichkeit: 4 (Ausdauer erforderlich)
welche Fitness ist nötig: 3 (Ausdauer und wegen dem Anstieg)
Zeitintensität: 3,5 (knapp 3 Stunden ohne Pausen, 5 Stunden mit Pausen)
Einkehrmöglichkeiten: 3 (an Anfang/Ende die Fischerhütte)

Gesamtbewertung: Eine schöne abwechslungsreiche Route, landschaftlich interessant, gut beschildert. Zu empfehlen für fitte, ausdauernde Kinder. Trittsicherheit wegen der Leitern erforderlich, Turnschuhe nicht empfehlenswert.

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