Hattgenstein Teil 1 – Der Zauberwald und Rosselhalde

Willi Wurzel - der Waldmeister

Dauer: 2:08 Stunden (ohne Pausen)
Länge: 10,3 km
Höhenmeter überwunden: ↗ 180 m ↘ 180 m
Durchschnitt: 5 km/h

Nach der Wanderung am Rhein am 1. Mai ging es am nächsten Tag genau in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach Hattgenstein im Birkenfelder Land. Diesmal folgten wir dem Ruf der Tourist-Information des Birkenfelder Landes. Das Prgramm der Wanderwoche “Rund um den Erbeskopf” war so toll, die Auswahl fiel schwer, wir entschieden uns aber für eine Wanderung mit dem ZNL Egon Jüngst. Der Treffpunkt war der Platz am Aussichtsturm Hattgenstein.  Dieser wurde 2006 erbaut und man hat von ihm eine wunderbare Sicht in alle Richtungen.

Als erstes erfuhren wir, was ein ZNL ist und was es da für Unterschiede gibt. ZNLs sind Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer, sie arbeiten neben den Nationalpark-Rangern als Wanderführer im Nationalpark Hunsrück-Hochwald und Saar-Hunsrück. Zwei angehende ZNL waren auch mit von der Partie und trugen neben dem geballten Wissen des Herrn Jüngst noch etliches Interessantes bei. Insgesamt fand diese Wanderung rund um Hattgenstein in einer kleinen Gruppe statt, wir waren 11 Personen. Das führte natürlich dazu, dass alle Erklärungen bis zu jedem vordrangen, und eine Unaufmerksamkeit oder ein Zurückbleiben wurde direkt erkannt 😉

In einer kleinen Gruppe lässt es sich vorzüglich wandern und Wissenswertes erfahren.
In einer kleinen Gruppe lässt es sich vorzüglich wandern und Wissenswertes erfahren.

Wir gingen los bei kühlen 12 Grad, verwöhnt durch die Wärme am Vortag am Rhein, die halblangen Hosen waren trotzdem nicht fehl am Platz.
Es ging schnurstracks in den “Zauberwald” um den mystischen Hambacher Felsen und der hatte es aus fotografischer und kindlicher Sicht in sich.


Überall standen super toll geschnitzte große Holzfiguren im Wald, ihr “Chef” ist Willi Wurzel, selbst nennt er sich “Waldmeister” und der findet sich immer mal wieder im Zauberwald. Die Runde ist 4,5 Kilometer lang, wir sind sie aber nicht ganz gegangen.

ZNL Egon Jüngst beim Erklären.
ZNL Egon Jüngst beim Erklären.

Das, was wir gesehen haben, hat aber ausgereicht, um zu erkennen: hier müssen wir unbedingt noch einmal her.
Es gibt einen Barfußpfad, ein Hörrohr, einen neu errichteten Kinderspielplatz, der leider noch nicht freigegeben war, Tierspuren konnten getestet werden, einen Fuchsbau für Kinder haben wir gesehen und alles wurde mit kindgerechten Informationstafeln bestückt.

Totholz mit Spechtlöchern
Totholz mit Spechtlöchern

Zum Beispiel werden einfach mal verschiedene Wurzeln verglichen: die der Fichte und die der Douglasie oder es wird erklärt, warum auch totes Holz gut ist für den Wald und wie die Spechte ihre Nahrung aus einem Stamm holen. Da lernen nicht nur die Kleinen… Oder wusstest du, dass die Zunge des Spechtes bis zu viermal so lang sein kann wie sein Schnabel?

Ein Hörrohr. Es verstärkt die Umgebungsgeräusche und man hört richtig viel vom Wald.
Ein Hörrohr. Es verstärkt die Umgebungsgeräusche und man hört richtig viel vom Wald.

Den Tierweitsprung haben wir im Hochwildschutzpark in Rheinböllen schon einmal gesehen und finden es immer wieder interessant, wie weit so manches Tier springt.
Eine Ton-Station gibt es im weiteren Verlauf, dort können Tierstimmen gehört werden und die Gnomen-Fitness ist gewiss auch super interessant.

Herr Jüngst hatte immer noch etwas Interessantes zu sagen, und die Mädels hatten ihren Spaß im Zauberwald.

Wir wanderten weiter in Richtung Oberhambach, bekannt durch den Sauerbrunnen, einer schon seit viele Jahrhunderten bekannten Heilquelle.  Markgraf Karl Friedrich von Baden errichtete im 18. Jahrhundert ein 3-stöckiges Kurhaus über die Straße (jetzt B269) hinweg. Ein Mitwanderer konnte uns dazu einiges erzählen, unter anderem, dass dieses Bauwerk frevelhaft gebaut und schließlich kaputt ging.

Auch im Bereich Oberhambach zu finden ist eine große Rosselhalde. Durch Witterungseinflüsse wie Regen und Frost und Sonneneinstrahlung wurden kleinere Felsstücke abgesprengt und rollten den Berg hinab. Dort blieben sie liegen und bildeten diese Halden. Sie sind Lebensraum für viele Insekten, Reptilien und Amphibien. Auch Wildkatzen sind hier zu finden, die Tiere finden in den Spalten Schutz und ziehen ihre Jungen hier auf – allerdings werden Wanderer diese eher selten bis nie zu Gesicht bekommen. Ca. 1000 Wildkatzen leben im Hunsrück, es ist eines der Kernlebensräume dieser bedrohten Tierart.

Rosselhalde bei Oberhambach
Rosselhalde bei Oberhambach

Weiter ging es auf der anderen Seite der B269 – es ging in den zukünftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald.
Dies lest ihr im Teil 2 unseres Berichtes, und ob wir einen Luchs gesehen haben, lest ihr dort auch.

 

 

2 Kommentare

  1. Anita das hast Du wieder super gut alles beschrieben.Es ist für mich immer schön eure Berichte zu lesen.

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