Hattgenstein Teil 2 – Auf der Spur des Luchses

Fortsetzung der Wanderung rund um Hattgenstein / Oberhambach

Nach etwa 3 Kilometern Wanderung und der Erforschung des Zauberwaldes überquerten wir die B 269 und fanden uns alsbald im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wieder. Und da glänzte unser Wanderführer Herr Jüngst mit seinem schier unendlichen Wissen und imponierte uns sehr. Der passionierte Jäger kennt diesen Wald wie kaum ein anderer – er führte uns an Stellen, die vielleicht noch andere finden, aber er hatte immer noch etwas Interessantes auf Lager, was er uns erzählen konnte.

Wie ist das mit den Mooren und Hangmooren hier im Gebiet und wie wird versucht, dieses Gebiet wieder mehr zu vermooren – früher wurden sie trocken gelegt…
Warum stehen mitten im Fichtenwald plötzlich kleine Buchen zu mehreren zusammen und heißen Klumpenpflanzungen?
Was hat die Pottasche mit dem Hunsrück zu tun, warum stehen hier Pottaschhütten?
Wildniszone, Entwicklungszone, Pflegezone – so werden die Gebiete im Nationalpark Hunsrück-Hochwald eingeteilt und der Hunsrück ist älter als die Alpen…
All das und noch viel mehr erfuhren wir von ihm. Mit Absicht will ich die Fragen so stehen lassen, denn vielleicht kommt ihr mal in den Genuss einer solchen Wanderung – und da soll der Herr Jüngst schließlich noch was zu tun haben 🙂

Ich könnte noch lang weiter beschreiben, wie Herr Jüngst uns diese eh schon eindrucksvolle Gegend noch näher brachte, aber das würde irgendwie den Rahmen sprengen.

Es wird eine ganze Menge getan, um den baldigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald so zu zeigen, wie er früher einmal war, mit wiederbelebten Mooren und weniger Fichten, die sehr anfällig sind für den Borkenkäfer, dafür mit mehr Buchenbestand.

Die Landschaft, die wir währenddessen durchwanderten war wunderschön. Hellgrüne Flächen, so weit das Auge reicht und eine Luft, die ihresgleichen sucht. So frisch und klar, als Asthmatiker weiß ich, welche Luft gut tut – und die tat richtig gut.

Grün soweit das Auge reicht.
Grün soweit das Auge reicht.

Unterwegs sagte plötzlich eine Mitwandernde, sie hätte da Spuren gesehen. Herr Jüngst betrachtete sie genau, wägte eine Zeit lang ab und sagte dann voller Ehrfurcht, dass das eine Luchsspur sei. Seine Augen leuchteten bei der Aussage. Der Luchs wurde bisher nur vereinzelt im Hunsrück-Hochwald und am Truppenübungsplatz Baumholder gesichtet. Da ist zu verstehen, dass die Entdeckung der Spur zu großen Augen und einem Herzsprung verhilft.

Die Luchsspur
Die Luchsspur

 

Wir hielten die Augen im Verlauf noch offener als vorher, gesehen haben wir außer Rehen und vielen Vögeln aber leider keine größeren Tiere. (abgesehen von den Hunden am Hundetrainigsplatz bei Hattgenstein…)

Nach 10,3 Kilometern und knapp 4 Stunden waren wir wieder an der Rothenburghütte angelangt. Wir kehrten ein und setzten uns mit den angehenden ZNLs und Herrn Jüngst an einen Tisch, um schließlich noch mehr Input zu bekommen.
Essen kann man hier auch, Kleinigkeiten wie den Strammen Max oder ein Strammes Mäxchen, Schmalzbrot oder Kuchen, der natürlich selbst gebacken wird. Der Wirt Hans Müller ist dabei sehr engagiert und kleine Extra-Wünsche wie einem einzelnen Spiegelei für ein kleines Mädchen werden gern erfüllt. Ein kleines Pläuschchen mit dem Wirt führte dazu, dass er uns sein Fernglas gab, damit wir beim Besuch auf dem Aussichtsturm auch ja alles sehen.

Eine wunderbare Aussicht hat man von dort oben! Viel Wald, viel grün, viel Natur, wunderschön. Und einen Geocache kannst du hier auch finden, wenn du willst 😉

Aussicht vom Aussichtsturm bei Hattgenstein
Aussicht vom Aussichtsturm bei Hattgenstein

Diese Tour werden wir nicht unseren Bewertungskriterien unterziehen, da es kein Rundwanderweg im üblichen Sinne ist. Ein Fazit gibt es trotzdem:

Die geführte Wandertour der Tourist-Information des Birkenfelder Landes mit dem Zertifizierten Nationalparkführer Egon Jüngst war eine Wucht! Wir haben sehr viel erfahren, wurden sensibilisiert für den zukünftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald und werden ab jetzt Werbung für ihn machen. Zu Pfingsten wird er offiziell eröffnet und wir sind dabei. Und: wir freuen uns auf weitere Touren 🙂
Nun noch einige Impressionen des Tages.

 

2 Kommentare

  1. Hallo ihr aktiven,
    toller Bericht von der Hattgensteiner Seenplatte.
    Führung durch meinen „ZNL“ Kollegen Egon Jüngst hat mir sehr gut gefallen.
    War nett eure Bekannschaft gemacht zu haben, freue mich auf ein Widersehen im schönen Hunsrück.
    Melde mich bei euch wenn eine Veranstaltung ansteht.

    Gruß Matthias
    ZNL in Ausbildung

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