Traumschleife Dünnbachpfad im Februar oder der Kampf gegen den Schweinehund

Die nächste Traumschleife stand an, dieses Mal auf Empfehlung einer Kollegin die 10km-Tour bei Zilshausen.
Sie schwärmte von dieser – ob sie uns auch so gefällt?

Dauer: 2:17 Stunden (ohne Pausen), 4:27 (mit Pausen)
Länge:  10,7 km
Höhenmeter überwunden: ↑ 300 m ↓ 290 m
Durchschnitt: 4,7 km/h

Die Anfahrt

Die Anfahrt nach Zilshausen ist nicht lang, wir fahren ca. 20 Minuten. Im Ort selbst wird derzeit sehr viel gebaut, wir hatten schon Befürchtungen, dass wir den Wanderparkplatz nicht erreichen. Aber falsch gedacht. Bis zur Grillhütte ist es aus unserer Richtung alles störungsfrei verlaufen. Schon im Ort ist die Traumschleife und der Parkplatz ausgeschildert – kein Wunder, sie verläuft durch den Ort.

An der Grillhütte, die etwas außerhalb liegt, finden wir einen Parkplatz. Es ist kein weiteres Auto hier, deswegen können wir uns stellen, wie wir mögen. An diesem Tag wandern wir zu zweit, Anna-Lena und ich sind unterwegs. Anita war arbeiten und Eva-Maria, wie soll es anders sein, sie war bei ihrem liebsten Spielgefährten, den sie leider nur an manchen Wochenenden hat. Deswegen darf sie diese Wochenenden auch meistens mit ihm verbringen 🙂

Der Einstieg

Wir haben uns vorher etwas belesen, diese Traumschleife wanderst du am besten im Uhrzeigersinn und so geht es für uns los.

Links hinunter in den Wald hinein. Es geht in diesem braunen, schlafenden Wald bergab. Wir beobachten den Weg und die vielen netten Details schon hier.
Immer mal wieder steht in Bank am Wegesrand.
Oder eben mehrere dieser.

Und die Sicht ist schön. Ok, du musst es mögen.
Ein mancher würde im Februar gewiss behaupten, es ist öde. Alles braun und farblos. Kaum grüne Stellen in Wald. Wir genießen auch dieses. Wir hören den Vögeln zu, sehen uns das Moos an und die vielen Steine auf dieser Traumschleife. Gerade zu Beginn ist hier sehr viel Fels zu sehen am Wegesrand. Schroff geht es zum Teil steil nach oben oder unten. Im Sommer ist es hier vermutlich voll mit Eidechsen und ähnlichem Getier. Ideale Bedingungen für sie…

Bergab

Wir gehen weiter im Wald – hinunter. Ja, natürlich weißt du, dass du das alles wieder hinauf gehen musst später. Wir lächeln bei dem Gedanken, denn wir haben ihn immer , wenn wir bergab wandern…

Wir sehen einen kleinen Bach den Berg hinunter plätschern und kurz danach taucht eine hölzerne Aussichts- und Rastplattform auf. Schön gemacht. Von hier hörst du den Dünnbach im Tal gut.

Die Aussichts- und Rastplattform

Das Ding mit dem Verlaufen

Auch diese Traumschleife ist vorbildlich ausgeschildert. Alle paar hundert Meter und an jeder Kreuzung sowieso sind die weiß-lila Schilder angebracht, die dich auf dem richtigen Weg halten. Trotzdem haben wir es an den Serpentinen zum Dünnbach hinunter wieder geschafft. Wir wundern uns, dass die Schilder plötzlich nur noch weiß-orange sind. Das sind die Schilder für die Zuwegung zur Traumschleife.
Ok. wieder einmal haben wir es geschafft.
Es waren aber nur wenige hundert Meter, wir fanden unsere Schleife direkt wieder 😉

Der Dünnbach

Wir laufen schnurstracks bergab auf den Dünnbach zu. Am Ende des Abstiegs erwartet uns ein Kasten mit Spiegel (?) am Baum, wo du dich n einem Heft drin verewigen kannst. Haben wir auch getan.

Die Frage: wozu der Spiegel???

Eine Erfrischungsstation inform eines Brunnens, der mit Ästen seine Leitung versteckt und wieder Bänke. Wir rasten hier aber nicht, wollen zum Bach. Dieser tobt sich heute richtig aus. Hier ist es fast ohrenbetäubend. Was wir schon von oben vermutet haben, bestätigt sich. Das Rauschen ist richtig laut.

Wir verweilen an dieser Stelle etwas, denn es ist so schon, dem Wasser zuzuschauen.

Von hier geht es dann erstmal bergauf. Es ist für Beine, die wohl gerade aus dem Winterschlaf kommen schon ein guter Anstieg. Über schmale Pfade im Wald gelangen wir bis zum Parkplatz an der K38 nach Lahr. Nach einem Anstieg von eigentlich lächerlichen 73 Metern queren wir die Straße und es geht bergab wieder zum Dünnbach. Dieses Mal schlängelt er sich links neben uns her.

Anstieg im Wald nach dem Dünnbach

An diesem Punkt verließ uns irgendwie die Lust zu wandern. Wir hatten noch keine 4 Kilometer hinter uns. Was das war, können wir auch gar nicht so nachvollziehen. Anna-Lena hatte keinen Bock mehr auf Anstieg und mir war es auch grad nicht so, als ob ich weiter gehen wollte. Es lag gewiss nicht an der Traumschleife Dünnbachpfad… Habt ihr das auch schon mal erlebt?

Wir gehen weiter

In einem solchen Fall gehen wir oft einfach jeder seine Geschwindigkeit weiter, reden kurzzeitig weniger, jeder hängt seinen Gedanken nach – und sieht da: die Wanderlust kam wieder!

Die Meindl leisten weiter gute Arbeit! Klick auf das Bild und du kommst zu ihrem Beitrag.

Geholfen hat uns auch wieder mal ein Eiweißriegel. Neben Bananen und Käsebrot bei uns wirklich ein probates Mittel gegen aufkommenden Hunger oder Frust. 🙂

Eine Art Hochlandrind. Wir hielten uns eine ganze Weile bei ihnen auf, sie waren sehr aufmerksam und nicht unfreundlich, trotz vieler Jungtiere.

Zwischen Kilometer 5 und 7 geht es nur bergauf. Aber langsam haben wir uns scheinbar gewöhnt. Wir wandern wieder leichter. Das ist mir schon ein paar Mal aufgefallen, die ersten 5 Kilometer sind schwieriger als die folgenden 10km oder 15km. Wir treffen Hochlandrinder mit Jungtieren, beobachten sie eine Weile.

Das Biotop Lahr

Weiter geht es bis zum Biotop bei Lahr. Ein kleiner Teich mit Sitzgelegenheiten, Insektenhotels und eine Art Hängebrücke für Eichhörnchen?

Das Biotop Lahr
Eine Hängeseilbrücke für Eichhörnchen? Für Menschen definitiv zu klein und zu hoch….

An dieser Stelle wurde früher von den Frauen die Wäsche auf dem Rasen gebleicht. Um diesen Ort weiter zu erhalten, wurde 2013 dieses Biotop angelegt, der Bleichbrunnen ist auch noch vorhanden.

Von hier sind es nur noch wenige Meter bis nach Lahr.

Wir laufen durch ein Neubaugebiet am Ortsrand, streifen Lahr nur. Der Weg geht nun in Richtung Petershäuserhof, wo wir eine tolle Kirche sehen. Später lesen wir, dass es sich um die Pfarrkirche Maria Magdalena handelt. Die sieht richtig schmuck aus der Ferne. Schaut mal:

Pfarrkirche Maria Magdalena in Petershäuserhof

Wir gehen aber an diesem Punkt – nach dem Lesen der Inschriften auf den Bänken – rechts in den Wald hinein.

Es geht bergab, ein Baum liegt mitten auf dem Weg. Insgesamt haben wir zwei oder gar drei frisch abgeknickte Bäume gesehen. Der Sturm im Januar wird ihnen wohl keinen Gefallen getan haben… Dieser hier stört allerdings ganz schön, aber wir sind ja beweglich 😀

Rechts drunter durch, anders gings nicht.

Im Tal dann eine nette Überraschung von der meine Kollegin schon geschwärmt hatte: ein erstmal unscheinbarer Platz mit einer Art hölzernen Hollywoodschaukel. Schaust du aber hinter der Schaukel hinauf siehst du eine Zwergenhöhle und diverse Rastplätze auf drei verschiedenen Ebenen. Super süß gemacht. Wir haben uns sehr daran erfreut.

Hölzerne Hollywoodschaukel – und der Berg dahinter hat es in sich…
Ganz oben wacht ein Wildschwein über die Wanderer. Sieht du es?
Vorbildliche Ausschilderung – Traumschleife eben…

Von hier aus geht es ein letztes Mal bergan. Aber wie schon geschrieben, es macht uns nichts mehr aus. An diesem Punkt hätte sowohl Anna-Lena als auch ich noch diverse Kilometer drauflegen können. Es war einfach nur schön. Der letzte wirkliche Anstieg zum Pusten ging einfach quer durch einen wilden Wald hinauf. Wenn du den Wald danach hinab geschaut hast, hättest du nicht gedacht, dass dort jemand hoch gekommen ist.

Geht es da irgendwo weiter?

Wie treten aus dem Wald heraus und sehen Zilshausen wieder vor uns. Zwei liebe Pferde halten uns noch ein wenig auf, sie wollten uns einfach kennenlernen, das haben wir gespürt. Wir gaben ihnen die Zeit… 😉

Zilshausen

In Zilshausen angekommen gönnen wir uns eine Cola und einen leckeren Käseteller im Landgasthof Zur Post, schauen die Entscheidung der Biathlon-Männer-Staffel und gehen danach zum Auto an der Grillhütte. Natürlich nicht, ohne den eigentlichen Abzweig der Traumschleife zu verpassen… Eigentlich geht sie am Ort außen vorbei. Wir haben aber das Schild nicht gesehen 😉

Dafür sahen wir diese schöne Kapelle im Ort:

Kapelle Zilshausen „Zur Schmerzhaften Muttergottes“

Am Auto angekommen waren wir sehr gut gelaunt, hatten wir doch eine echt tolle Traumschleife erwandert. Die letzten von uns gewanderten Traumschleifen sind alle in unmittelbarer Umgebung von unserem Wohnort – wir sind unglaublich erstaunt, wie vielfältig die Natur hier im Hunsrück doch ist.
Erstaunlich: Wir haben auf der gesamten Strecke keinen einzigen Wanderer getroffen…

Bewertung

Schwierigkeit: 2 (Pfade, steilere bergauf- und bergab-Passagen)
Wetterabhängigkeit:  2 (bei Eis vermutlich sehr glatt)
Kindertauglichkeit: 2 (Ausdauer erforderlich)
welche Fitness ist nötig: 2,5 (ein paar Anstiege sind zu bewältigen)
Zeitintensität: 2:17 Stunden ohne Pausen
Einkehrmöglichkeiten: Landgasthof Zur Post, Gasthaus Brodam (beides nebeneinander in Zilshausen), Restaurant Waldesblick in Lahr

Weitere Informationen:

Traumschleife Dünnbachpfad auf den Seiten des Saar-Hunsrück-Steig

Zilshausen – Offizielle Seite

Gasthof Zur Post Zilshausen

Restaurant Waldesruh Lahr

 

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