Tiererlebnispark Bell – überraschend anders

Ein Besuch im Tier-Erlebnispark Bell stand schon seit längerem auf unserer To-Do-Liste, nun war es endlich soweit! Mit zwei lieben Freunden aus Verden an der Aller machten wir uns auf den Weg nach Bell.

Noch vor einiger Zeit war auf diesem Gelände ein kleiner Freizeitpark mit zweifelhaftem Ruf, genannt Beller Märchenpark. Einige Fahrgeschäfte und ein paar Tiere waren dort, uns zog es eher selten bis gar nicht dort hin. Die Kinder besuchten diesen Park mit dem Kindergarten, aber auch ihre Euphorie war eher gedämpft. Nun hatten die Inhaber gewechselt, seit Dezember 2012 sind Remo Müller und Alexandra Taetz, sowie deren Eltern die Betreiber des Parks. Und sie haben ihn grundlegend umgebaut. Im April diesen Jahres wurde der Tiererlebnispark Bell eröffnet und nun war es also soweit. Wir fuhren hin.

Tiererlebnispark Bell
Der Eingangsbereich

Parkplätze gibt es vor dem Park genügend. Es ist außerhalb das Gelände, wo jährlich der Beller Markt stattfindet. Wer den kennt, der weiß, dass es dort genügend Platz gibt (auch wenn natürlich nicht die komplette Markt-Fläche der Parkplatz ist)

Glückliche und ausgeglichene Tiere?

Zitat von der Webseite des Tier-Erlebnisparks: „Ausgeglichene und glückliche Tiere, sowie Besucher, die der Natur wieder etwas näher kommen – das ist unser Ziel!“
Davon wollten wir uns gern selbst überzeugen. Zugegeben, ich war skeptisch. Zu oft hab ich Tiere in Zoos oder Tierparks gesehen, die nicht artgerecht gehalten werden/wurden. Vielleicht hat es uns auch deswegen bisher nicht hierher gezogen.
Aus unserer Nähe, vom Hochwildschutzpark in Rheinböllen wissen wir, dass die Tiere artgerecht und großflächig gehalten werden, aber können wir uns das für Bell auch so vorstellen oder komplett anders? Wir waren gespannt.

Am Eingang waren wir erst mal ein wenig verwirrt, wo wir denn nun hinein mussten. Aber nun, der Eingang war durch die Gaststätte. Dort wurden wir freundlich empfangen und bezahlten den Eintritt, Erwachsene 7,50 Euro und Kinder ab 3-16 Jahen 5,50 Euro.

Wir wurden auf die einzelnen Trainings-Zeiten der Tiere hingewiesen, die nächste fand beim Damwild statt. Und da wollten wir gern dabei sein und machten uns auf den Weg.
Zu Beginn sahen wir das Meerschweinchen-Gehege, langgezogen mit vielen Spiel- und Versteckmöglichkeiten. Nur Meerschweinchen waren keine da, sie waren in ihren Häuschen und schliefen.

Im nächsten Bereich waren die Frettchen – wir sahen keine, aber kurze Zeit später sollten wir sie woanders antreffen, das wussten wir allerdings da noch nicht.
Wir gingen den Weg weiter und sahen amerikanische Minischweine, sehr putzig und eine Brücke, die über unseren Weg führte – wir stellten fest, dass das eine Tierbrücke war. Über diese konnten die Ziegen und Brahma-Hühner von einer Seite auf die andere laufen. Tolle Idee, zumal Ziegen gern etwas erklimmen.

Tiererlebnispark Bell
Eine glückliche Ziege

Die sibirischen Tiger

Und dann lagen da in einem großen Bereich, in der Mitte des Parkes die vier Riesen-Katzen. Sie sind wirklich imposant. Richtig groß sehen sie schon aus der Ferne aus. Wunderbare Gesichter und Farben haben die Tiger. Der Tiererlebnispark hat 4 SibirischeTiger,  Rani, Timur, Vitali und Tatinka. Alle sind 7 Jahre alt, und sind im März aus der Schweiz nach Bell in den Hunsrück gezogen. Seitdem leben sie nun hier und sie machten einen wirklich guten Eindruck. Sie lagen in dem 2300 qm großen Gelände, ab und zu stand einer auf und schaute nach dem Rechten. Einen Teich haben sie zur Verfügung, dieser fasst laut Webseite des Tiererlebnisparks 90.000 Liter Wasser. Remo Müller trainiert täglich die Tiger und später sollten wir noch sehen, was er mit den Großkatzen macht.

Ein sibirischer Tiger
Stolz liegt der sibirische Tiger da.

Die Bewohner des Waldes und ihr Training

Erst gingen wir aber mal weiter durch den Park und kamen bei den Huskys vorbei. Alle Hunde sind aus Tierheimen nach Bell gekommen, in einem Gespräch mit Alexandra Taetz, erzählte sie uns einiges zum Park und so auch dieses.

Tiererlebnispark Bell
Einer der Hunskys

Viele der Tiere bekommen hier ihre zweite Chance, werden von Auffangstationen oder Tierheimen übernommen und dürfen hier wieder aufleben. Und dass sie das tun, zeigte uns Alexandra Taetz bei der Trainingseinheit am Damwildgehege.
Trainiert wird hier weniger das Damwild, sondern wir sahen die drolligen Ratten, die flinken Frettchen, den tollen Milchuhu Meret und den erst seit 3 Wochen im Training befindlichen Schopf-Karakara Sancho.

Frettchen beim Training
Frettchen beim Training

Sie alle haben uns total begeistert. Mit einer Freude liefen die Ratten beispielsweise über eine Schnur in einen Korb, die Frettchen rannten für ein Stückchen Fleisch durch eine flexible Plastik-Röhre und sprangen in ein Betttuch, das von Kindern in einiger Entfernung gehalten wurde, Milchuhu Meret flog auch auf unsere Arme und der 5-Jährige Sancho war wirklich total putzig. Der aufgeregte Geselle ist sehr schlau und zeigte uns das auch. Er musste eine Tier-Transportbox mit dem Schnabel öffnen , das meisterte er genauso wie das Training, bei dem er mit Schnabel oder Fuß einige Türchen öffnen sollte, in dem Futter versteckt war.

Insgesamt machten alle Tiere den Eindruck, als ob sie das, was sie taten, gern taten. Sie hatten Spaß an den Kunststückchen und an den Herausforderungen, um an ein Stück Fleisch zu kommen. Wer nicht will, der muss nicht. Der Igel zum Beispiel, der sonst auch in diesem Training beschäftigt wird,  zog es an diesem Tag vor zu schlafen. Und dann darf er das. Und genau das gefällt uns an dem Konzept des Tier-Erlebnisparks Bell. Die Tiere MÜSSEN nicht, sie wollen.

Nach dieser für uns alle sehr interessanten Zeit im Damwildgehege – im Übrigen war das Damwild sehr relaxt, schaute sich an, was die anderen Tiere und die Menschen da taten und bekamen, bevor die Flugtiere kamen, einen Eimer voll mit leckerem Obst und Gemüse – gingen wir weiter und kamen bei den Ponys Bella, Celle, Lea und Melody an. Auf den 4 Ponys können Kinder zu bestimmten Zeiten reiten.Daneben wohnen die Höckergänse – uns plagte allerdings nun erstmal ein kleines Hüngerchen.

Die kleine Gaststätte, in der wir ja schon zu Beginn waren, war nicht weit weg. Wir betraten sie und suchten uns einen hinteren Tisch aus, da im vorderen Bereich der Durchgangsverkehr vom Einlass war. Hier hinten saßen wir richtig gut. Die Ausstattung ist hell und freundlich.
Unser Essen und Trinken holten wir uns am Tresen. Dort stand auch das Angebot. Wir entschieden uns für Schnitzel mit Champignonsoße und Pommes und die Kinder bestellten sich nur Pommes. Die Soße bekamen wir auf Wunsch getrennt in einer kleine Tasse.  Wir wurden sehr freundlich bedient, fühlten uns recht wohl.

Die Tiger-Show

Mittlerweile hatte es draußen ein paar Regentropfen gegeben, wir entschieden uns trotzdem, uns vor der Tiger-Show noch die Vögel anzuschauen. Dort sahen wir die Ratten wieder, total schöne Wellensittiche, Rostkappenpapageien und zwei herrliche Aras.

Tiererlebnispark Bell

Um 15 Uhr dann fand die sehnsüchtig erwartete Tiger-Show in der neuen Arena statt. Wir hatten einen tollen Platz direkt am Eingang der Tiger bekommen und warteten, bis sie aus kamen.
Zuerst betrat Remo Müller die Arena, die 280 Besuchern Platz bietet.
Er erzählte uns etwas von den 4 Tigern und ihren nur noch 350 Artgenossen in freier Natur.
Er erzählte mit viel Enthusiasmus und Ehrfurcht von ihrem bisherigen Leben und wir spürten seine Liebe zu den Tieren.
Er erzählte uns, dass sie in der freien Natur nicht überlebensfähig wären, da sie nie gelernt haben, sich allein Fressen zu fangen.
Er erzählte auch, dass zwei von ihnen heute nicht trainieren können, da sie eine Magenverstimmung haben.
Und dann betrat Rani die Arena. Wir hatten ja schon gesehen, dass die Tiger echt groß sind, aber so 50 Zentimeter neben dir sehen die nochmal arg viel größer aus!

Sibirischer Tiger
Sibirischer Tiger

Rani meisterte ihre Trainingsstunde und als zweites durfte Timur hinein. Und er war noch größer.

Zur Veranschaulichung durfte er sich am Innenteil der Arena mal nach oben strecken. WOW! Remo Müller ist gewiss nicht klein, aber neben dem sich nach oben reckenden Timur sah er schon ein wenig klein aus 😀
Rani verließ derweil die Arena wieder.
Der große Tigermann Timur durfte nun sein Training absolvieren. Er war an diesem Tag etwas durcheinander, da Tatinka und Vitali nicht dabei waren. Sie durften wegen der Magenverstimmung pausieren. Nach rund 20 Minuten war das offizielle Trainung vorbei. Remo Müller nahm sich die Zeit, sich mit uns zu unterhalten, bevor Timur ein weiteres Mal in die Arena durfte. Er war an diesem Tag wirklich nicht so gut gelaunt, es gelang nicht alles, vielleicht hatte er ja auch ein wenig Bauchweh wie seine Geschwister.
Wir waren wirklich für eine kurze Zeit in einer anderen Welt, in der Welt der Sibirischen Tiger von Bell. Wir sind sehr beeindruckt, nicht nur von den Tieren, sondern auch von Remo Müller und dem Tierpfleger an seiner Seite.

Als wir den Tierelebnispark verließen, zeigten sich uns auch die Meerschweinchen. Sie sind ja einfach richtig süß…

Tiererlebnispark Bell
Meerschweinchen

Fazit

Der Tiererlebnispark Bell ist eine klare Empfehlung für Groß und Klein. Wir haben vom Konzept des Tierparks oben geschrieben – und wir sehen das Konzept wunderbar umgesetzt. Die Tiere bekommen im Park die zweite Chance, kommen aus Auffangstationen und Tierheimen. Sie müssen nichts, sie wollen beschäftigt werden. Und das machen sich Alexandra Taetz und Remo Müller zu Nutze und zeigen es uns. Ob Ratte, Uhu oder Tiger – jedes Tier wird liebevoll behandelt und artgerecht gehalten.
Eintritt:
Erwachsene 7,50 Euro
Kinder 5,50 Euro
In näherer Zukunft wird das Gelände auf 50.000 qm erweitert. Noch mehr Platz für die glücklichen Tiere im Tiererlebnispark Bell im Hunsrück.
Wir fühlten uns wohl und werden gewiss wieder kommen und weitere schöne Fotos machen!

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