Mein Tourenbuch, Bergverlag Rother

Buchvorstellung: „Mein Tourenbuch“ – ein unverzichtbarer Begleiter?

Heute möchten wir euch mal wieder ein Buch näher bringen. Vom Bergverlag Rother wurde uns zur Rezension das Buch „Mein Tourenbuch“ zur Verfügung gestellt. Seit 1975 gibt es das kleine Büchlein schon, einst nur für Bergsteiger gemacht, ist es jetzt eine Sammlung von Wissenswertem rund um die alpine Tourenpanung mit viel Platz für Eigenes.

Der erste Eindruck

Wir packten es aus – und es kam ein etwa DIN A5 großes Buch zum Vorschein. Auf dem Umschlag empfängt uns ein Panorama-Bild aus den Allgäuer Alpen. Ansonsten ist es sehr schlicht gehalten, hat ein rotes Gummi zum Verschließen und ein Lesebändchen. Das Gummi ist auf Wanderungen sehr hilfreich, da das Buch dadurch nicht aufgehen kann. Die Ecken des Einbandes sind recht spitz, empfindliche Hände sollten es mit Bedacht anfassen und kennenlernen.

Mein Tourenbuch, Bergverlag Rother

Der Autor

Einen Autor können wir in diesem Buch erstmal nicht erkennen, weder im Impressum, noch auf der Webseite des Buches beim Rother Bergverlag.
Laut Amazon ist es Olaf Perwitzschky. Dieser ist 1966 geboren und er ist ein staatlich geprüfter Bergführer. Als freier Mitarbeiter der Zeitschrift „Alpin“ führt er wohl vor allem Produkttests durch.

Der Inhalt

Beim Durchblättern fällt auf, dass es in diesem Buch vor allem darum geht, Fakten zu vermitteln. Vor einer Tour soll dieses Buch mit Ausrüstungs-Checklisten helfen, nichts zu vergessen. Dabei wird zwischen Bekleidung und Ausrüstung unterschieden. Eingeteilt werden die einzelnen Touren in

  • (Berg-)Wanderungen
  • Klettersteigtouren
  • Ski- und Schneeschuhtouren
  • Hochtouren
  • Sportklettern
  • Alpinklettern
  • Mountainbiketouren
  • Zusätzliches bei Touren mit Kindern
  • Zusätzliches bei mehrtägigen Touren

Als nächstes wird das Thema „Infoquellen“ behandelt. Hier erfährst du etwas über Notrufnummern, die Alpenvereine, Wetterberichte für die einzelnen Alpen-Länder, Straßenzustandsbericht und Fahrplanauskunft. Eine gute Sammlung für die Vorbereitung einer Tour. Sowohl Telefonnummern als auch Internet-Adressen sind angegeben. Wichtig sind natürlich auch die Lawinenlageberichte, vor allem, wenn man Touren in der Alpen-Region plant.

Die Erste Hilfe wird auf zwei Seiten behandelt. Dort werden wirklich wichtige Punkte abgehandelt, die füreine Tour in die Berge extrem wichtig sind. Zum Beispiel wird erklärt, wie das „alpine Notsignal“ aussieht. Mit Lichtsignalen wird dieses mit 6 Zeichen pro Minute, also alle 10 Sekunden eines, ausgesendet. Nach einer Minute Pause wird das wiederholt. Das wussten wir bisher nicht.

Mein Tourenbuch, Bergverlag Rother
Das Alpine Notsignal und die Hubschraubereinweisung im Notfall

Es folgt auf 22 Seiten die Tourenplanung. Dabei wird im Wesentlichen die mehrtägige Tour in den alpinen Bergen behandelt. Interessante Formeln, wie zum Beispiel die zur Gehzeitberechnung für kleine oder größere Gruppen, werden beschrieben. Es folgen die Wegekategorien des DAV und ÖAV, die Berg- und Alpinwanderskala des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), die Klettersteig-Skala, die Skitouren-Skala, die Berg- und Hochtourenskala des SAC, die UIAA-Skala (Schwierigkeit einer Kletterroute) und die Singletrail-Skala (Mountainbike). Viel theoretisches Wissen wird vermittelt auf wenig Papier.

Nun folgt viel Platz für eigene Eintragungen. Die ersten zwei Doppel-Seiten sind für „Meine Touren und Gipfel“ reserviert. Die 121 Seiten danach sind frei für viele Wanderungen und Bergtouren, Informationen und Notizen von unterwegs. Genügend Platz für all die Dinge, die sonst gern ungeordnet irgendwo landen.
Wir haben bisher unsere Notizen meist im Handy gespeichert. Sie waren dort auch recht gut aufgehoben, aber zwischen Notizen von Elternabenden der Schule, Interview-Mitschriften und sonstigen Notizen sind sie einfach untergegangen. Langes Suchen war die Folge.

Im Anschluss folgt noch allerhand Wissenswertes, zum Besipiel die höchsten und bedeutendsten Gipfel der Gebirgsgruppen der Alpen und die höchsten Gipfel der Kontinente. Hier finden wir auch den höchsten Berg der Antarktis. Dieser ist 4897m hoch und heißt Mount Vinson. Wer hätte das vorher gewusst? Auch die höchsten Gipfel ausgewählter Staaten über 1000 m wurden hier verewigt.

Mein Tourenbuch, Bergverlag Rother
Die höchsten Berge in Australien, Ozeanien und in der Pazifik-Region

Wichtig finden wir zum Schluss das Alpine Wörterbuch danach. Rund 190 Grundbegriffe aus dem Bergwandern wurden in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache in Tabellenform ausgeschrieben. Sehr hilfreich.

Fazit

Uns hat das Tourenbuch gut gefallen. Sicherlich könnte man auch ein Notizbuch nehmen, aber die Informationen in diesem Buch findest du in keinem solchen Notizbuch und müsstest sie dir bei Bedarf erst zusammensuchen. Da es in den Bergen manchmal kein Internet gibt, ist dieses Buch wirklich Gold wert. Geballte Informationen  und Platz für eigene Notizen.

Und du weißt hinterher genau, wo deine Notizen sind…

Mein Tourenbuch. Notizbuch mit Infoteil.

Verlag:  Bergverlag Rother
ISBN: 978-3-7633-8064-0
Seiten: 191
Auflage: 13., (Auflage 2016)
Sprache: deutsch
Preis: (kartoniert) 9,90 €

Die Ausrüstungs-Checklisten können auch heruntergeladen und ausgedruckt werden. Das bevorzugen wir, wir brauchen irgendwie immer etwas zum Abhaken 😉
Die Listen findest du hier: Ausrüstungs-Checklisten (PDF)

Habt ihr ein Buch für eure Notizen von unterwegs? Oder nutzt ihr – wie wir bisher – das Handy? Könnte euch so ein Tourenbuch gefallen? Schreibt uns mal.

2 Gedanken zu „Buchvorstellung: „Mein Tourenbuch“ – ein unverzichtbarer Begleiter?“

  1. Guten Morgen ihr Beiden 😉

    seit dem ich wandere bin ich im Streit mit der Art evtl. Notizen festzuhalten und am Ende lande ich immer wieder beim Genusswandern ohne Notizblock, ohne Handy und nur mit der Kamera. Wo es immer geht fotografieren ich Situationen so, dass ich später weiß worum es ging und Tafeln mit Informationen kommen auch auf den Chip.

    So kann ich die Wandertage genießen und was dann in den Wanderbericht kommt ist eher meinem guten oder schlechten Erinnerungsvermögen zu verdanken.

    Professionell ist das nicht und wird es vermutlich auch nie werden.
    Damit setze ich mich momentan auch sehr auseinander 😉

    Liebe Grüße
    Elke

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